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Parlamentarischer Abend der grünen Verbände

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Beim dritten parlamentarischen Abend der Grünen Verbände stand alles unter dem Thema „Kommunen im Klimawandel: was braucht die Grüne Infrastruktur?“. Die vier Branchenverbände Bund deutscher Baumschulen (BdB), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) und der Zentralverband Gartenbau (ZVG) luden die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft zum gemeinsamen Austausch ein.

Die Gastgeber des Parlamentarischen Abends: v.l.n.r. BGL-Präsident Lutze von Wurmb, bdla-Vizepräsidentin Irene Burkhardt, BdB-Präsident Helmut Selders, ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Foto: Sascha Radke

Straßen und Plätze heißen sich immer mehr auf

Der Abend stand unter der Schirmherrschaft des Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Gerig, MdB. Insgesamt 22 Mitglieder des Bundestages und zwei Staatssekretäre seien der Einladung gefolgt, um gemeinsam über Klimawandel und dessen Auswirkungen in den Städten zu diskutieren. BdB-Präsident Helmut Selders eröffnete den Abend und stellte zunächst die derzeitige Ausgangslage dar. Die heißen und trockenen Sommer der letzten Jahre haben die großen Herausforderungen gezeigt, vor denen Städte und Gemeinden stehen. Demnach heißen sich Straßen und Plätze immer mehr auf. Menschen suchen die grünen Oasen und die Flussufer auf, um Abkühlung zu bekommen. Daher sei die grüne und blaue Infrastruktur immer wichtiger. „Echte Klimaschutzpolitik ist ohne natürliches Grün nur halb so viel Wert. Deshalb ist es umso wichtiger, dass gestaltetes Grün in den Städten und Gemeinden in guter und wirksamer Qualität realisiert wird. Eine klimagerechte Stadtentwicklung, die auf mehr lebendiges Grün setzt, ist alternativlos. Aus diesem Grund brauchen wir neben der Städtebauförderung ein umfassendes Investitionsprogramm des Bundes für grüne und blaue Infrastruktur, das auch Mittel für die professionelle Pflege der Grünflächen berücksichtigt“, fordert BGL-Präsident Lutze von Wurmb daher.

Klimaanpassungsmaßnahmen grüner Infrastruktur zuzuordnen

Dass der Großteil von Klimaanpassungsmaßnahmen der grünen Infrastruktur zuzuordnen ist und damit meist originärer Planungsgegenstand der Landschaftsarchitekten sei, dem verlieh Irene Burkhardt, bdla-Vizepräsidentin Ausdruck. Die qualifizierte Grün- und Freiraumentwicklung sei dementsprechend auch immer ein Beitrag gegen den Hitzestress. Zudem verbinde die wassersensible Stadt funktionale Freiraumstrukturen mit ökologischen und gestalterischen Qualitäten, führte Burkhardt weiter aus. Die zunehmende Konkretisierung vom Landschaftsplan bis hin zur Pflanzung des Stadtbaums oder der Offenlegung des Gewässers gehören zum Planungsalltag. Die Aufgabe ist nicht neu, sei aber umso zwingender geworden.

Große Bedeutung des Stadtgrüns

Dass akuter Handlungsbedarf seitens Kommunen und politischen Entscheidern bestehe, betonte ZVG-Präsident Jürgen Mertz. Die im Januar veröffentlichte Warenstromanalyse für Blumen, Zierpflanzen und Gehölze zeigt, dass die öffentliche Hand deutlich weniger als bisher angenommen ausgibt. Angesichts der Herausforderungen und der großen Bedeutung des Stadtgrüns kommt dem Nicht-privaten Verbrauch eine besondere Rolle zu. Einen Blick auf die Sachlage aus Sicht der Kommunen trug anschließend Rüdiger Dittmar, Amtsleiter für Stadtgrün und Gewässer der Stadt Leipzig vor und stellte mit seinem Impuls die Lage der blauen und grünen Infrastruktur kritisch dar. Im anschließenden konstruktiven Austausch zeigte sich laut ZVG wie wichtig das Know-how der Grünen Branche für den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels ist und dass „Grün für Stadt und Land“ ein zukunftsweisendes Modell sei, um das kein Weg herumführen wird.

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