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Petunien und Sutera: Caramba-Effekt wächst sich aus

Die beim Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung, Referat Gartenbau in Großbeeren realisierte Diplomarbeit "Ergebnisse zur Wuchsregulierung in Glas- und Thermofoliengewächshäusern" stellte Viola Domanski (Technische Fachhochschule Berlin) vor. Der Versuch zu Sutera erfolgte im Rahmen des bundesweiten Gemeinschaftsversuches im Arbeitskreis Beet- und Balkonpflanzen. In der Versuchsanordnung wurde der Hemmstoffeinsatz bei Petunien und Sutera getestet, wobei sich deutliche Sortenunterschiede zeigten. Die Hemmstoffanwendungen erfolgten in den Wochen 11, 12 und 14 jeweils mit 100 Milliliter pro Quadratmeter (Ausbringung mit einer Präzisionsspritze). Die Petuniensorte 'Royal Velvet' reagierte in der Kulturdauer nur unwesentlich auf den Hemmstoffeinsatz. Zum festgelegten Absatzzeitpunkt in Woche 16 waren die Pflanzen im Folienhaus und im Glasgewächshaus verkaufsfertig. Im Vergleich der eingesetzten Mittel erwies sich die Kombination Caramba und Tilt (0,05 Prozent) als beste Variante, wenngleich sie dem Kultivateur einiges an Geduld abfordert. So traten zwar Blattrandnekrosen und der so genannte Caramba-Effekt (ungleichmäßiger Pflanzenaufbau) auf, die Symptome hatten sich aber bis zur Verkaufsreife der Pflanzen ausgewachsen und fielen somit nicht mehr ins Gewicht. Auch der Einsatz von Topflor (0,05 Prozent) erzielte eine gute Stauchewirkung. Insgesamt wurden die Pflanzen von 'Royal Velvet' unter Glaseindeckung deutlich größer als unter Folie. Die Sorte 'Sweet Surprise Purple Vein' reagierte unter Folie am besten auf die Mittel-Kombination Caramba und Tilt (0,05 Prozent). Im Gewächshaus zeigten sich beim Einsatz von Caramba (0,1 Prozent) allein Punktnekrosen, die aber im Verkaufsstadium nicht mehr sichtbar waren. Der Versuch stellte die Abhängigkeit des Wuchsverhaltens von Petunien der getesteten Sorten vom Eindeckungsmaterial des Kulturraumes unter Beweis. Demnach werden die Pflanzen unter Glas größer und müssen im Vergleich zur Folieneindeckung einmal mehr gespritzt werden. Die Kombination von Caramba und Tilt erbrachte zufriedenstellende Ergebnisse, während die Anwendung des Mittels Caramba allein nicht zur gewünschten Wirkung führte. Bei Sutera erwies sich der Einsatz von Regalis (1,25 Prozent) sowohl bei der Sorte 'Snowflake' als auch bei 'Big White Falls' als unzureichend. Bessere Wirkungen erzielten Topflor und Caramba mit jeweils 0,025 Prozent im Gewächshaus und unter Folie, wobei die Sorte 'Big White Falls' auf Caramba mit ungleichmäßiger Blüte reagierte. Beide Sorten erreichten die Verkaufsreife am 20. April. Auch hier wurden die Pflanzen aus dem Glasgewächshaus größer.