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Pfalzmarkt eG: „Wir erleben eine Saison der Extreme“

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Eine geringere Erntemenge, Nachfrage-Einbrüche und stark gestiegene Personal- und Produktionskosten bei den Obst- und Gemüse-Erzeugern: So stellt sich das erste Geschäftshalbjahr 2020 für die Pflanzmarkt eG dar. Demgegenüber stehen ein Plus beim Warenumsatz und ein unternehmensinterner Ausbildungsstart-Rekord, was die Vorstände der Genossenschaft insgesamt optimistisch in die Zukunft blicken lässt.

Die beiden Pfalzmarkt-Vorstände Hans-Jörg Friedrich (l.) und Reinhard Oerther beim Spatenstich für das neue Vermarktungszentrum in Mutterstadt. Foto: Pfalzmarkt eG

Genossenschaft zieht „durchwachsene“ Zwischenbilanz

Als „durchwachsen“ bezeichnet die Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG ihre jetzt vorgelegte Zwischenbilanz für das erste Halbjahr 2020. Geprägt wurden die ersten sechs Monate des Jahres vom Corona-bedingten Lockdown und dessen Folgen. Einfluss auf den Geschäftsverlauf hatte der Genossenschaft zufolge insbesondere der Einreisestopp für Erntehelfer, der kurz vor Beginn der Saison verhängt wurde. Dies habe den Angaben zufolge die komplette Anbau- und Ernteplanung der 180 aktiven Pfalzmarkt-Erzeuger infrage gestellt. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Pandemie-Prävention hätten demnach die gesamte Saison über rund 30 bis 40 Prozent weniger Arbeitskräfte aus dem EU-Ausland zur Verfügung gestanden, so die Genossenschaft.

Erntemenge gesunken, Warenumsatz gestiegen

Auswirkungen habe zudem der Nachfrage-Einbruch in der Gastronomie gezeigt, der vom neuen Trend zum Selbstkochen nicht vollständig kompensiert werden konnte. Trotz einer im Vergleich zum ersten Geschäftshalbjahr 2019 um sieben Prozent geringeren Erntemenge, konnte bis zum Stichtag am 31. August einen Warenumsatz von 106 Millionen Euro erzielt werden, was einem Plus von 4,8 Prozent entspricht. „Auf Markt- und Erzeugerseite erleben wir eine Saison der Extreme. Parallel zu den Corona-bedingten Herausforderungen hatten wir in den Sommermonaten mit den Folgen der Hitzewelle zu kämpfen, was zusätzlichen Mehraufwand sowie Mehrkosten, unter anderem für die Beregnung bedeutet“, erklärt dazu Pfalzmarkt-Vorstandsmitglied Hans-Jörg Friedrich. In Summe hätten alle genannten Faktoren sowohl bei den Erzeugern als auch bei den Handelsplattformen der Genossenschaft zu stark gestiegenen Personal- und Produktionskosten geführt.

Pfalzmarkt beobachtet neue Wertschätzung für Obst und Gemüse

Die Pandemie habe allerdings auch dazu geführt, dass viele Verbraucher die Versorgungssicherheit, die der „Gemüsegarten Deutschlands“ biete, wieder neu zu schätzen gelernt haben. „Was Nähe und Frische betrifft, hat der Lockdown zu einem Umdenken in vielen Köpfen geführt“, so Pfalzmarkt-Vorstandsmitglied Reinhard Oerther. „Diese Wertschätzung hilft uns. Wichtig ist, dass diese Top-Qualität auch einen Preis hat, der das Auskommen und die Top-Leistung unserer Erzeuger so honoriert, damit diese auch in der Folgegeneration ihr Auskommen finden und die saisonale Frischeversorgung Deutschlands mit Vitaminen sicherstellen!“

Für die Zukunft sind die beiden Pfalzmarkt-Vorstände insgesamt optimistisch gestimmt. Nicht nur, dass die Genossenschaft mit acht neuen Azubis einen eigenen Ausbildungsstart-Rekord verbuchen kann. Auch der Bau des neuen Vermarktungszentrums für frisches Obst und Gemüse in Mutterstadt liegt den Angaben zufolge „voll im Plan“. Seit dem Spatenstich im August wurden den Angaben zufolge alle 180 Stützen aufgestellt, teilweise seien sogar bereits die Holzträger für das Dach auf den zwölf Meter hohen Betonpfeilern montiert worden. Laut Pfalzmarkt sollen bis zum Ende des Jahres das Dach inklusive den dazugehörigen Lichtbändern sowie die Außenwände komplett fertig und damit das Gebäude von außen geschlossen sein. Anfang 2021 soll der Hallenboden des 30.000 Quadratmeter großen Gebäudes folgen und die moderne Technik installiert werden. Den Abschluss der Bauarbeiten visiert das Unternehmen für Juli/August 2021 an. Bis 2021 beträgt das Investitionsvolumen für die Standorterweiterung rund 30 Millionen Euro.

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