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Pflanzengesundheit: stärkere internationale Zusammenarbeit benötigt

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Die internationale Online-Konferenz zur Pflanzengesundheit „Working Together for Better Plant Health“ der International Association of Horticultural Producers (AIPH) brachte ein globales Publikum von Züchtern, Händlern, Wissenschaftlern, Pflanzengesundheitsexperten und Entscheidungsträgern aus mehr als 50 Ländern zusammen. In den Vorträgen wurden verschiedene nationale Strategien vorgestellt.   

Bei der Internationalen Konferenz zur Pflanzengesundheit stellten Referenten verschiedene nationale Strategien vor. Foto: wichan yodsawai/ Pixabay

Internationales Aufgebot an Experten

Mit einem internationalen Aufgebot von hochkarätigen Referenten aus der Zierpflanzenbranche ging es bei der Konferenz um aktuelle und regionale gesetzliche Rahmenbedingungen zur Pflanzengesundheit. In ihren Vorträgen skizzierten die Referenten die unterschiedlichen nationalen Initiativen gegen Pflanzenschädlinge und -krankheiten. Gemeinsamer Tenor war, dass allein die Einhaltung von Vorschriften nicht ausreiche, um den Sektor vor Bedrohungen der Pflanzengesundheit zu schützen. „In den letzten Jahren sind nationale, von der Industrie geführte Systeme entstanden. Sie wurden unabhängig voneinander entwickelt, haben aber die gleichen Ziele“, erklärte Tim Briercliffe, Generalsekretär der AIPH.

Daher sei ein deutlicher Bedarf an mehr Dialog zwischen den Ländern zu diesem Thema und die Möglichkeit der Entwicklung eines gemeinsamen Standards festgestellt worden. „Das Potenzial für eine Zusammenarbeit mit den nationalen Pflanzenschutzorganisationen in diesem Bereich wird es den Landwirten auch ermöglichen, Systeme zu entwickeln, die gemeinsame Ziele auf kosteneffiziente Weise erreichen“, so Briercliffe weiter. „Wir Praktiker müssen ein gewisses Wissen über Pflanzengesundheit haben. Wir müssen unsere Betriebe so führen, dass sie Biosicherheit bieten, wir müssen Wege finden, um zu zeigen, dass wir unserer Verantwortung in diesen Bereichen vollständig nachgekommen sind, und wir müssen unsere Praktiken anpassen, wenn sich die Landschaft der Pflanzengesundheit ändert, was sie unweigerlich tut“, sagte AIPH-Vizepräsident Tim Edwards.

Umfrage zur Pflanzengesundheit

Zu Beginn des Jahres führte die AIPH eine Umfrage zum Thema Pflanzengesundheit unter den Mitgliedern durchgeführt. Ziel war es, industriegeführte Initiativen zu identifizieren, die Züchter dabei unterstützen, gute Pflanzengesundheitspraktiken in der gesamten Lieferkette lebender Pflanzen zu demonstrieren. Demnach gaben mehr als drei Viertel (77,5 %) der Befragten an, dass ein Bedarf für einen freiwilligen internationalen Pflanzenschutz- und Biosicherheitsstandard bestehe. Die technische Beraterin der AIPH, Dr. Audrey Timm, gab einen Überblick über diese Umfrage und stellte fest, welche Unterstützung die Branche durch Programme erhalte. Während regulatorische Rahmenbedingungen von entscheidender Bedeutung sind und die Vorschriften zweckmäßig sein müssen, müssen die Inspektionsdienste, die sie unterstützen, effizient und effektiv sein; globale Biosicherheit beginnt bei den Produzenten und Händlern von Pflanzen.  Dies hat viele Industrieverbände dazu veranlasst, eigene Programme zu entwickeln, um ihren Sektor bei der Pflanzengesundheit zu unterstützen.

Die verschiedenen Vorträge der Konferenz

Die internationale Pflanzengesundheitskonferenz der AIPH bot den verschiedenen internationalen Referenten eine Plattform, um ihre eigenen nationalen Initiativen vorzustellen, die allesamt unter den folgenden Links abzurufen sind.

  • Peter Vaughan, CEO von Greenlife Industry Australia, erläuterte, wie die australische Zierpflanzenindustrie mit den Aufsichtsbehörden zusammengearbeitet hat, um ein robustes Pflanzengesundheitssystem und eine verbesserte "Bio-Secure"-Gewährleistung zu schaffen. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Leonardo Capitanio, Präsident der Italian Nurserystock Exporters Association (ANVE), teilte seine Erfahrungen mit, wie italienische Züchter die Herausforderungen von Xylella angegangen sind und wie sie für die Zukunft mehr Pflanzengesundheitsgarantien bieten. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Alistair Yeomans präsentierte die Entwicklung des neuen Plant-Healthy-Programms für Großbritannien, seine Umsetzung in der Branche und ihre Zukunftspläne. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • John van Ruiten, Direktor von Naktuinbouw, beschrieb die Struktur und den Ablauf von zwei Pflanzengesundheitsprogrammen, die unterschiedliche Branchen des Zierpflanzenbaus unterstützen. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Craig Regelbrugge, Senior Vice President-Advocacy and Research, AmericanHort, beschrieb Programme in den USA, die den schnelleren Transport von Pflanzen über regionale und internationale Grenzen hinweg erleichtern. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Anita Heuver, Schatzmeisterin des kanadischen Baumschul- und Landschaftsverbandes, präsentierte die Sichtweise des Verbandes auf den Wert ihres ISO-ähnlichen Systemansatzes zur Erreichung der Baumschulzertifizierung und wie dieser zu einer Industrie beiträgt, die Pflanzen produziert, die hohen phytosanitären Standards entsprechen. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Aus europäischer Sicht teilte Sylvie Mamias, Generalsekretärin der Union Fleurs, Erkenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit pflanzengesundheitlichen Rahmenbedingungen und aufkommenden pflanzengesundheitlichen Problemen, die sich auf internationale Handelsströme auswirken, und rief zu verantwortungsvollen und sorgfältigen Lieferketten auf. -> Hier geht’s zum Vortrag
  • Andrés Saenz Merino, Direktor von CENIFLORES in Kolumbien, erläuterte die Herausforderungen des Im- und Exports aus seinem „Paradies, das wir mit den Schädlingen teilen", ohne ein von der Industrie organisiertes Pflanzenschutzprogramm. -> Hier geht’s zum Vortrag
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