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Pflanzengruß: Gärtner heißt Flüchtlinge willkommen

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Angesichts der Flüchtlingssituation und der auch mitmenschlich sehr angespannten Lage legen viele Bundesbürger großen Wert darauf, ein positives Zeichen zu setzen. So auch ein Friedhofsgärtner aus Seelze bei Hannover, der nicht nur seine Gärtnerkollegen zum Nachahmen seiner eigenen, sehr beispielgebenden Aktion auffordert.

Gärtner beschenkt Flüchtlinge mit blühenden Topfpflanzen

Gärtnermeister Dirk Pöpperling nahm das in die Hand, was die grüne Branche derzeit in Hülle und Fülle besitzt: blühende Pflanzen. Und brachte sie den Bewohnern einer nahen Flüchtlingsunterkunft. Sein Appell: „Zeigen wir Herz und bringen als Gärtner mit einer blühenden Topfpflanze Farbe, Freude und Herzlichkeit in die Wohnungen der Flüchtlinge.“

Seine Heimatgemeinde Seelze setze in der Frage zur Unterbringung der ankommenden Flüchtlingsfamilien auf eine dezentrale Unterbringung: Statt in großen Sport-oder Gewerbehallen werden gerade Familien mit Kindern im Stadtgebiet in angemieteten Wohnungen und mobilen Häusern untergebracht und dort von Integrationslotsen betreut, lobt der Gärtnermeister.

Blumiger Willkommensgruß scheitert zunächst an Missverständnis

„Mein anfänglicher Plan, diesen Integrationslotsen blühende, robuste Topfblumen wie Kalanchoe oder Hyazinthen als Willkommensgruß für die Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, scheiterte wohl an einem Telefonmissverständnis“, berichtet Pöpperling. „Also besorgte ich mir am Samstag zwölf knospige Kalanchoe nebst Untersetzer und fuhr zu einer kleinen Wohnsiedlung mit zwölf mobilen Häusern in einem Gewerbegebiet am Rande der Stadt.“

Dort angekommen, ging er von Haus zu Haus, klopfte an die jeweilige Tür und sagte seinen kleinen englischen Willkommenstext. „Die Blume wurde stets erfreut und freundlich entgegengenommen. Unterwegs zum nächsten Haus begleitete mich inzwischen eine immer größer werdende Kinderschar, die teils still, teils aufgeregt, um mich herumwuselte. Nach dem dritten Haus kam ich selbst schon nicht mehr zum Anklopfen, denn das hatten die kleinen Jungs und Mädels voller Enthusiasmus und Vorfreude an der nächsten Behausung schon selbst getan“, freut sich der Gärtner.

Willkommensblume für Flüchtlinge als Zeichen der Zivilcourage

So erhielten insgesamt elf Familien ihre Willkommensblume. Seit jenem Samstag fährt Pöpperling nach eigenen Aussagen ein „wenig beruhigter“ an der kleinen Siedlung mit den spielenden Kindern vorbei. „Auch, wenn ich nicht weiß, ob alle Familien auf Dauer bei uns in Deutschland bleiben werden, so ist es mir ein großes Bedürfnis des Handelns. Und auch des Zeichensetzens und der Zivilcourage.“

Werden andere Menschen, andere Bürger, andere Gärtner im Land auch so handeln, fragt sich der engagierte Gärtner. „Das richtige Produkt dazu, unsere Pflanzen, haben wir. Wir brauchen es nur zu tun!“ Natürlich bewegen den Gärtner auch schon neue Pläne: Eine in der Nähe gelegene begrünte Brachfläche möchte er regelmäßig mit dem Großflächenmäher mähen und sie als Spiel- und Bolzfläche für Flüchtlingskinder einrichten. Mitstreiter sind gesucht!