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Xylella: extra Vorgaben für bestimmte Pflanzen

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Der Durchführungsbeschluss (EU) 2015/789 der Europäischen Kommission über Maßnahmen zum Schutz gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Xylella fastidiosa wurde mit dem Beschluss (EU) 2017/2352 geändert. Damit gelten unter anderem ab 1. März besondere Anforderungen für sechs Pflanzen mit hohem Befallsrisiko.

Derzeit 235 „spezifizierte Pflanzen“

Die im Beschluss enthaltenen Anforderungen für den Handel mit den sogenannten „spezifizierten Pflanzen“ beziehen sich im Wesentlichen auf die Verbringung aus den bekannten „abgegrenzten Gebieten“. Spezifizierte Pflanzen sind Pflanzenarten/-gattungen, die von Xylella fastidiosa bekanntermaßen befallen werden können und im Anhang des Beschlusses aufgeführt sind. Dieser Anhang enthält derzeit 235 Einträge.

Der Beschluss enthält jetzt aber auch neue Anforderungen, die für den Gartenbau in der gesamten EU von mehr oder weniger großer Relevanz sind. Ab dem 1. März 2018 gelten für Pflanzen von Coffea, Lavandula dentata, Nerium oleander, Polygala myrtifolia, Olea europaea und Prunus dulcis besondere Anforderungen für deren Verbringung in der Gemeinschaft, auch wenn sich diese Pflanzen nie in einem „abgegrenzten Gebiet“ befunden haben.

Oleander und Co.: erhebliches Ausbreitungsrisiko von Xylella

Diese Pflanzen stehen besonders im Fokus, weil sie sich in den bisher in der EU festgestellten Befallsgebieten regelmäßig als besonders anfällig herausgestellt haben und somit ein erhebliches Risiko für die Ausbreitung von Xylella fastidiosa darstellen.

In den Betrieben, die diese Pflanzen produzieren, müssen die Produktionsflächen einmal im Jahr einer amtlichen Inspektion unterzogen werden. Zusätzlich ist eine Probenahme und eine Labortestung auf das mögliche Vorhandensein des Bakteriums durchzuführen. Die Beprobungsintensität ist dabei genau vorgegeben, sodass mit 99-prozentiger Sicherheit ein möglicher Befall von fünf Prozent der vorhandenen Pflanzen nachgewiesen werden kann.

86 von 1.000 Pflanzen müssen beprobt werden

Bei einer Bestandsgröße von rund 1.000 Pflanzen müssten somit zum Beispiel 86 Pflanzen beprobt werden. Um gegebenenfalls vorhandenen latenten Befall feststellen zu können, sind sowohl symptomtragende (falls vorhanden) als auch symptomlose Pflanzen in die Probenahme einzubeziehen.

Diese für die Vergabe des Pflanzenpasses relevanten Anforderungen gelten nur bei Abgabe der Pflanzen an Abnehmer, die diese zu gewerblichen Zwecken erwerben. Bei direkter Abgabe an private Endverbraucher ist dagegen wegen Xylella-Bestimmungen kein Pflanzenpass erforderlich.

Ausbreitung von Xylella entgegenwirken

Mit diesen ab 1. März geltenden zusätzlichen Anforderungen sollen diese offensichtlich hochanfälligen Pflanzen besonders überwacht, gegebenenfalls vorliegender symptomloser (latenter) Befall erkannt und einer unerkannten Ausbreitung von Xylella fastidiosa mit diesen Pflanzen in der EU entgegengewirkt werden.