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Pflanzensammler erhalten unsere genetischen Ressourcen

Mit der CBD (Konvention über die biologische Vielfalt) wurden 1992 die genetischen Ressourcen unter die souveränen Rechte der Herkunftsländer gestellt. Mit dem Nagoya-Protokoll (NP), welches am 12. Oktober in Kraft getreten ist, wurden Regeln für den Zugang zu diesen Ressourcen und den Ausgleich der sich aus der Nutzung ergebenden Vorteile getroffen (siehe auch TASPO 8 und 34/14).

Das Netzwerk Pflanzensammlungen wurde 2011 von der DGG ins Leben gerufen. Foto: DGG

Gleichzeitig tritt grundsätzlich auch die VO (EU) 511/2014 in Kraft, der EU-weit einheitliche Rechtsrahmen zur Umsetzung des NP. Diese Bestimmungen zur Durchführung gelten nach Information der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 (DGG) jedoch nur für genetische Ressourcen, zu denen der Zugang erfolgt, nachdem das NP für die EU in Kraft getreten ist. Das reine Sammeln gelte noch nicht als Nutzung im Sinne der Verordnung.

Pflanzensammler erbringen laut DGG eine unschätzbare Leistung: Sie erhalten unsere genetischen Ressourcen in Form von alten Sorten. Das werde für zukünftige Nutzer umso wichtiger werden, je mehr Zeit seit Inkrafttreten des NP vergangen sein wird. Daher verweist die DGG auf das von ihr 2011 ins Leben gerufene „Netzwerk Pflanzensammlungen“.

Dieses weise nach bislang dreijährigem Förderzeitraum vorzeigbare Ergebnisse auf: 220 registrierte Pflanzensammler, 98 eingetragene Sammlungen und 40 unterstützende Partner. Darüber hinaus seien acht Sammlungen über Patenschaften bewahrt worden. Für eine weitere Vernetzung der Pflanzensammler empfiehlt die DGG eine gute Dokumentation der genetischen Ressourcen in der Netzwerkdatenbank mittels Quellen aus der Zeit vor Inkrafttreten des NP. Das Netzwerk wird gefördert vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL; Finanzierung bis 2017). (ts/dgg)