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„Pflanzenschule“: aktiv gegen Arbeitskräftemangel

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Die Unzufriedenheit mit der Ausbildung zum Verkaufsgärtner veranlasste die beiden „Väter“ der Ausbildungsinitiative TAG (Top Ausbildung Gartenbau), Jens Schachtschneider und Michael Seuthe, im vergangenen Jahr mit der „Pflanzenschule“ eine eigene Weiterbildung für Verkaufsprofis ins Leben zu rufen. Zeit für ein erstes Resümee, denn der erste Jahrgang befindet sich kurz vor dem Abschluss.

Die TASPO hakte nach bei Nicole Klattenhoff, Coach für Unternehmensfragen (Oldenburg), die gemeinsam mit Schachtschneider und Seuthe die „Pflanzenschule“ als neues, privat gesteuertes Weiterbildungskonzept im Baukastensystem entwickelt hat.

Ist der Name „Pflanzenschule“ ausreichend aussagekräftig?

Wir finden ja – für uns trifft der Name „Die Pflanzenschule“ den Nagel auf den Kopf! So gab es zum ersten Baustein eine Schultüte. Diese haben die Teilnehmer mit Humor gerne in Empfang genommen. Zugleich lässt der Begriff auch weitere Ausrichtungen neben dem Einzelhandel zu. Und der Begriff „Pflanzenschüler“ hat sich in der Gruppe durchgesetzt.

Von Bedeutung ist, dass der gärtnerische Fachhandel nicht nur den Arbeitskräftemangel beklagt, sondern diesbezüglich aktiv wird. Viele Betriebe haben erkannt, dass es sich lohnt beziehungsweise unumgänglich ist, in ihre Mitarbeiter zu investieren. Allen anderen sei es von dieser Stelle dringend ans Herz gelegt. Die Pflanzenschule möchte Impulse für die Branche setzen.

Sie sprechen von einem sehr erfolgreichen Verlauf – was heißt das genau?

Gar nicht im Vorfeld „eingeplant“ hatten wir die gruppendynamischen Effekte: Schnell wurde eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der sich zwischen den Bausteinen fleißig ausgetauscht wurde, bis hin zu privat organisierten Betriebsbesichtigungen.

Eindrucksvoll war auch das Mitwirken der Baumschulinhaber. Diese haben die Vorträge zur Chefsache erklärt, waren stets bestens vorbereitet. Dabei standen die Pflanze und das Wissen darum im Mittelpunkt, niemals wurde es zur betrieblichen Werbeshow. Der persönliche Austausch mit namhaften Persönlichkeiten der Branche kam bei den Teilnehmern sehr gut an.

Ein Herausheben einer Veranstaltung ist kaum möglich, denn alle Bausteine haben positiv „gezündet“.

Was kommt im nächsten Jahrgang neu dazu?

Wir halten für den Jahrgang 2019/20 an dem bisherigen Konzept fest und werden die Zusammenarbeit mit den Referenten fortsetzen.

Eine Anregung der Teilnehmer setzen wir um: Beim ersten Jahrgang waren wir zweimal im Ammerland. Beide Tage werden wir mit einer Übernachtung verknüpfen und in den besichtigungsfreundlicheren September legen.

Wir werden die Themen Bio und Kräuter aufgreifen, ebenso gehen wir noch stärker mit einem Experten auf die Pflanzenernährung ein.

Einige entsendende Betriebe des ersten Jahrgangs haben bereits angekündigt, dass sie beim nächsten Kurs weitere Mitarbeiter entsenden. Erste Anmeldungen liegen vor, obwohl das neue Programm noch gar nicht gedruckt ist.