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Pflanzenschutz: Bayer, BUND und Honigbiene

Derzeit wird am Düsseldorfer Landgericht darüber verhandelt, ob der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Aussage wiederholen darf. Er behauptet, zwei von Bayer hergestellte Pestizide seien für Bienen gefährlich. Das Urteil soll am 11. März verkündet werden.

Verhandlungen in Düsseldorf: Sind Bayers Erzeugnisse wirklich so schädlich für Bienen, wie der BUND behauptet? Foto: Fotolia

Bayer Crop-Science erwirkt einstweilige Verfügung

Der Pestizidhersteller Bayer Crop-Science hatte dazu Ende vergangenen Jahres eine einstweilige Verfügung gegen den BUND erwirkt. Als Begründung wurde angegeben, der BUND habe die Bayer-Produkte Schädlingsfrei Calypso und Zierpflanzenspray Lizetan in Publikationen ungerechtfertigt als für Bienen gefährlich bezeichnet.

Der in diesen Produkten enthaltene Wirkstoff Thiacloprid, der zu den sogenannten Neonikotinoiden gehört, habe jedoch eine gültige Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und werde von ihm als „bienenungefährlich B4“ eingestuft. Der BUND darf daher seine Aussage derzeit nur wiederholen, wenn er zugleich auf die behördliche Zulassung hinweist.

BUND Bröschure Auslöser des Rechtstreits

Auslöser des Streits war eine vom BUND 2014 veröffentlichte Broschüre mit dem Titel „Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten – BUND-Einkaufscheck“, mit der die Umweltschützer darauf aufmerksam machten, dass Verkäufer in Garten- und Baumärkten die Kunden sehr häufig falsch über den Einsatz verschiedener Unkraut- und Insektenbekämpfungsmittel informierten.

"Inakzeptabel ist auch das Ignorieren wissenschaftlicher Erkenntnisse seitens des Unternehmens. Fakt ist, die in Pestiziden enthaltenen Neonikotinoide stehen im dringenden Verdacht, das weltweite Bienensterben mit zu verursachen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Bayer verwendet Thiacloprid

Bayer CropScience verwendet in mehreren seiner Präparate Thiacloprid. Nach Forschungsergebnissen, die der Neurobiologe Professor Randolf Menzel von der Freien Universität Berlin im März 2014 veröffentlicht hat, beeinträchtigt dieser Pestizidwirkstoff die Kommunikation, die Navigation und die Pollensammeltätigkeit der Honigbienen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der TASPO, Ausgabe 10/2015, die morgen erscheint.