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Pflanzenschutz: grüner Branchenplan in NL

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Bis zum Jahr 2022 sollen 60 Prozent der verwendeten Pflanzenschutzmittel im gärtnerischen Einzelhandel in den Niederlanden nachhaltig sein. Für Zulieferer von Zierpflanzen und Gehölzen an niederländische Gartencenter sollen daher ab dem 1. Juli 2016 verschärfte Bestimmungen in Bezug auf die Verwendung von Pflanzenschutzmittel gelten.

Die Bienengesundheit steht künftig auch in den Niederlanden im Fokus. Foto: Ludmila Smite/Fotolia

Die niederländische Branchenorganisation für den Gartenmarktsektor (Tuinbranche Niederlande), verschiedene Handelspartner des Sektors, die Stiftung für Natur und Umwelt, das Zentrum für Landwirtschaft und Umwelt und die Zertifizierungsorganisation SMK unterzeichneten unlängst hierzu einen eigens entworfenen „Grünen Branchenplan“. Hintergrund der Selbstbeschränkung sind die negativen Schlagzeilen im Nachgang zur Greenpeace Studie „Giftiger Garten Eden“ aus dem Jahr 2014, wodurch auch in Deutschland zahlreiche Pflanzenschutzmittel in die öffentliche Kritik geraten waren.

Umweltschädliche Pflanzenschutzmittel werden stufenweise ausgeschlossen

Im „Grünen Branchenplan“ ist festgelegt, dass zugelassene Mittel, die nach Einschätzung einer Expertenkommission „sehr umweltschädlich sind“, stufenweise ausgeschlossen werden. Hierzu wird das Pflanzenverkaufssortiment in fünf Produktgruppen eingeteilt.

Für jede Gruppe wird jährlich bestimmt, für welche Pflanzenschutzmittel ein direktes Gebrauchsverbot greifen soll und für welches Mittel eine Übergangsphase gilt. Bis 1. Juli 2016 wird eine erste Übergangsliste veröffentlicht. Für einige Mittel ist bereits ein Zeitplan festgelegt worden.

Produzenten, die ein spezielles Nachhaltigkeits-Zertifikat (Milieukeur-Zertifikat) besitzen, erfüllen bereits alle von der Branche festgelegten Anforderungen. Höchstmengen für Rückstände ergeben sich aus der Summe verschiedener Rückstände und deren ermitteltem Maximalwert. Grundlage dafür ist ein integrierter Pflanzenschutz im Betrieb.

Bei der Auswahl, welche Mittel verboten werden, soll ausschlaggebend sein, ob es geeignete Alternativen gibt. Zur Sicherung der Vorgehensweise und Ergebnisse wird ein Etikett vergeben. „Wir sind stolz, dass die Branche das Thema der Nachhaltigkeit in der Mittelanwendung in der Pflanzenproduktion so energisch angeht“, so Frank van der Heide, Direktor von Tuinbranche Niederlande. Nach seinen Angaben ging die Initialzündung von den Einzelhändlern aus. Für die Zukunft wünscht er sich, dass sich noch weitere Akteure aus der gärtnerischen Wertschöpfungskette an der Initiative beteiligen.

„Branchendialog Pflanzenschutz“ in Deutschland auf gutem Weg

Die deutsche Initiative „Branchendialog Pflanzenschutz“, welche einen eigenen Aktionsplan bereits im vergangenen Jahr verabschiedet hatte, sieht sich durch die Aktivitäten in den Niederlanden unterdessen in ihren Bemühungen bestätigt: „Es ist schön, dass die Sensibilität zunimmt und der Handel im Sinne der Kunden handelt“, so Peter Botz, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Garten-Center (VDG).

Zur Förderung der Bienengesundheit hatten die Branchenverbände 2014 den „Branchendialog Pflanzenschutz“ ins Leben gerufen, um im Sinne der Bienengesundheit das Pflanzenschutzmittelsortiment und die Produktionskette von Jung- und Zierpflanzen kritisch zu überprüfen.