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Pflanzenschutz: neue Sachkunde-Verordnung in Kraft

Die neue Sachkunde-Verordnung ist am 6. Juli in Kraft getreten, informiert der Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Auf Grundlage dieser neuen Verordnung muss jeder, der beruflich Pflanzenschutzmittel anwendet oder verkauft (auch über das Internet), Nicht-Sachkundige anleitet/beaufsichtigt oder über den Pflanzenschutz berät, einen Sachkundenachweis beim zuständigen Pflanzenschutzdienst beantragen. Als Beleg gilt ein Nachweis im Scheckkartenformat. 

Der neue Sachkundenachweis im Scheckkartenformat. Foto: LWK Niedersachsen

Die neuen Nachweise können laut Information ab Mitte August beim Pflanzenschutzamt über die Internetseiten der LWK Niedersachsen gebührenpflichtig beantragt werden. Ab diesem Zeitpunkt werde dort ein Antragsformular zur Verfügung stehen, das ausgefüllt zusammen mit einer Kopie des bisherigen Sachkundenachweises (Sachkundezeugnis oder Ausbildungsnachweis) per E-Mail, Fax oder Post an das Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer geschickt werden muss.

Die Zustellung des neuen Sachkundenachweises im Scheckkartenformat wird laut Information bis Mitte nächsten Jahres erfolgen, da das bundeseinheitlich geregelte Verfahren für den Druck und den Aufbau einer zentralen Datenbank aus technischen und rechtlichen Gründen jetzt erst anlaufen konnte. Bereits Sachkundige haben bis zum 26. Mai 2015 Zeit, einen solchen Antrag zu stellen. Bis November 2015 behalten die alten Sachkundenachweise (also anerkannter Berufs- oder Studienabschluss oder Zeugnis über eine bestandene Sachkundeprüfung) laut LWK Niedersachsen ihre Gültigkeit.

Alle Sachkundigen sind verpflichtet, jeweils innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Für Sachkundige, die am 14. Februar 2012, also bei Inkrafttretens des neuen Pflanzenschutzgesetzes, sachkundig waren, begann die erste Drei-Jahresfrist zur Fortbildung bereits am 1. Januar 2013 und endet am 31.12.2015. Für alle Sachkundigen, die nach dem 14. Februar 2012 sachkundig geworden sind oder es noch werden, beginne die erste Drei-Jahresfrist ab dem Tag der Ausstellung des neuen Sachkundenachweises.

In Einzelfällen ist laut LWK gegebenenfalls folgende Sonderregelung zu beachten: Falls bei sachkundeanerkannten Berufsabschlüssen nach dem 14. Februar 2012 zwischen dem Tag der Antragstellung für den neuen Sachkundenachweis und dem Ausstellungstag des Zeugnisses mehr als drei Jahre vergangen sind, muss der Antragsteller zusätzlich die Teilnahme an einer anerkannten Fortbildung nachweisen. In Niedersachsen wird die regelmäßige Teilnahme an einer anerkannten Fortbildungsveranstaltung laut Information ab 2016 kontrolliert.

Neben dem neuen Sachkundenachweis ist dann eine entsprechende Teilnahmebescheinigung vorzulegen. Fehle diese, wird eine Frist gesetzt, um nachträglich an einer anerkannten Fortbildungsmaßnahme teilzunehmen. Erst wenn dieser Fristsetzung nicht nachgekommen wird, kann die Kontrollbehörde den Sachkundenachweis widerrufen. Zur Wiedererlangung des Sachkundenachweises müsse dann eine spezielle Sachkundeprüfung bestanden werden.

Fortbildungsveranstaltungen zur Pflanzenschutzsachkunde, die in Niedersachsen durchgeführt werden, müssen grundsätzlich vom Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer anerkannt sein. Bei Kontrollen werden Teilnahmebescheinigungen von nicht anerkannten Fortbildungsveranstaltungen nicht akzeptiert. Die vom Pflanzenschutzdienst an den Bezirksstellen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen durchgeführten Vortragsveranstaltungen im Winter gelten als anerkannte Fortbildungsmaßnahme.

Sonstige Anbieter müssen die Anerkennung ihrer Veranstaltungen beim Pflanzenschutzamt gesondert beantragen. Auch dazu werde ab Mitte August ein Antragsformular zur Verfügung gestellt. Vor der beabsichtigten Teilnahme an einer Fortbildungsmaßnahme sei es laut LWK empfehlenswert, sich vorher zu erkundigen, ob eine solche Anerkennung vorliegt. (lwk/ts)