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Pflanzenschutzmittel: Nicht über Schutznetze

Die Gemüsebaubetriebsberatung der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen hat untersucht, ob Applikationen von Pflanzenschutzmitteln über mit Kulturschutznetzen abgedeckten Beständen möglich sind, berichtet die Monatsschrift – Magazin für den Gartenbau-Profi. Die Versuche wurden an Kopfsalat im erntereifen Stadium durchgeführt mit verschiedenen Düsen (XR 11003 und Airmix 11003), Wasseraufwandmengen (400 und 600 Liter pro Hektar) und mit und ohne Additiv (Break Thru). Ergebnisse: Durch das Kulturschutznetz entstehen Ausbringverluste, die der Flächenabdeckung des Netzgewebes entsprechen oder deutlich darüber liegen. Die Verluste bei grobtropfigen Düsen (Injektordüsen) sind tendenziell höher als bei kleintropfigen (Standard Flachstrahl). Ohne Additiv fallen die Verluste höher aus.

Insgesamt betrachtet ist das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln über Kulturschutznetzen nicht empfehlenswert. Denn der entstehende Wirkstoffverlust (über 25 Prozent) kann wegen der genehmigten Indikation nicht durch eine höhere Aufwandmenge ausgeglichen werden. Die Netze sind nach der Behandlung kontaminiert, also Sondermüll. Werden sie weiter verwendet, ist Schutzkleidung zu tragen. Die Pflanzenschutzmittel-Rückstände auf den Netzen können unkontrolliert abgewaschen werden und die Wartezeit immer wieder neu entstehen lassen, und es kann beim Wiederverwenden auf anderen Kulturen zu unerlaubten Pflanzenschutzmittel-Rückständen kommen.