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Pflegeleicht: Bodendecker für die Grabbepflanzung

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Eine geschlossene Pflanzendecke verhindert zuverlässig das Aufkeimen von Unkraut und sieht in der Regel gepflegt aus. Aus diesem Grunde erfreuen sich Bodendecker nicht nur im öffentlichen Grün oder Garten einer hohen Wertschätzung, sondern auch bei der Grabbepflanzung.

„Bodendecker“ fasst unterschiedliche Pflanzentypen zusammen

Unter dem Begriff Bodendecker werden ganz unterschiedliche Pflanzentypen zusammengefasst. Unter ihnen finden sich Stauden ebenso wie kriechend wachsende Sträucher, Halbsträucher und Koniferen. Auch Rosen werden als Bodendecker angeboten, obgleich sich mit ihnen keine völlig geschlossene Pflanzendecke verwirklichen lässt.

Manche Gräser gehören ebenfalls in die Kategorie der Bodendecker, da sie durch Ausläuferbildung mehr oder weniger schnell einen geschlossenen Bestand bilden können.

Efeu, Ysander und Zwergmispel häufig eingesetzt

Sehr häufig werden Ysander (Pachysandra terminalis), Efeu (Hedera helix) und Teppich-Zwergmispel (Cotoneaster dammeri) eingesetzt. Mit ihnen ist man auf der sicheren Seite, denn die genannten Gehölze sind zuverlässig, immergrün und stellen keine besonderen Ansprüche. Efeu und Ysander kommen auch mit schwierigen Lichtverhältnissen zurecht, wie sie sich unter höheren Koniferen häufig bieten.

Worauf man allerdings achten sollte, ist die Auswahl geeigneter Sorten, die eher verhalten wachsen sollten. Ansonsten würden die Pflanzen schnell den begrenzten Rahmen eines Grabes überwachsen, sodass der Schnittaufwand auf Dauer erheblich wäre. Bei der Teppichmispel beispielsweise kann die Sorte ‘Frieders Evergreen’ empfohlen werden, bei der sich die flach auf den Boden legenden Zweige der einzelnen Pflanzen lediglich zu einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern ausbreiten.

Vinca minor und Wacholder gut als Bodendecker geeignet

Das kleine Immergrün (Vinca minor) ist anders als seine ausladende Verwandte Vinca major auch für kleinere Flächen geeignet. Das gesamt Sortiment ist vor wenigen Jahren einer gründlichen Sichtung unterzogen worden, aus der einige Sorten mit besonders guten Noten herausgekommen sind. Dazu gehören zum Beispiel ‘Anna’ (mittelviolett), ‘Marie’ (violett mit hellem Auge), ‘Elisa’ (weiß) und ‘Josephine’ (hellviolett).

Unter den Nadelgehölzen finden sich einige Vertreter, die flach ausgebreitet wachsen und sich daher gut als Bodendecker verwenden lassen. Vor allem die Wacholder (Juniperus) bieten eine große Formvielfalt.

Wacholder mögen es maximal halbschattig

Sehr hübsch ist beispielsweise Juniperus horizontalis ‘Golden Carpet’ mit goldgrünen Nadeln, während ‘Green Carpet’ grüne Nadeln ohne Blaustich besitzt. Ziemlich blaue Nadeln hat Juniperus squamat ‘Blue Carpet’ zu bieten.

Auch vom heimischen Wacholder (Juniperus communis) gibt es mit ‘Repanda’ eine flach bodendeckend wachsende Form, die allerdings im Laufe der Jahre sehr breit wächst (bis zu zwei Meter). Hier sind gelegentliche Schnittmaßnahmen Pflicht.

Während die oben vorgestellten immergrünen Laubgehölze gut im Schatten gedeihen, benötigen alle Wacholder einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort. Dafür kommen sie aber auch mit trockenen und nährstoffarmen Böden zurecht.

Bleiwurz für sonnige und warme Standorte

Für sonnige, warme Standorte eignet sich der Bleiwurz (Ceratostigma plumbaginoides) sehr gut. Bei ihm handelt es sich um einen Trockenheit vertragenden Bodendecker, der durch kurze Ausläufer allmählich einen geschlossenen grünen Teppich bildet. Im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Pflanzen ist er allerdings nicht immergrün. Nachdem das Laub durch seine attraktive rötliche Färbung für einen spektakulären Herbsteffekt sorgt, werden die oberirdischen Teile braun und trocknen aus.

Ein Rückschnitt sollte trotzdem erst im Frühjahr erfolgen, denn das alte Laub ist ein guter Winterschutz. Beim Bleiwurz ist eine Frühjahres- oder Sommerpflanzung empfehlenswerter als eine Herbstpflanzung.

Wintergrüner Bodendecker: der Kriechende Günsel

Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) ist eine heimische Staude mit kriechend wachsenden Ausläufern, an deren aufgerichteten Enden kurze Blütenkerzen mit blauen Blüten ausgebildet werden. Der Günsel ist wintergrün, nicht immergrün, was bedeutet, dass er im Laufe des Jahres sein Blätterkleid komplett erneuert.

In der Natur wächst er auf lehmigen, gerne feuchten Böden, am liebsten im Halbschatten, bei genügender Bodenfeuchte aber auch in der Sonne. In der gärtnerischen Kultur werden vor allem Varianten mit abweichendem Laub vermehrt.

Noch mehr empfehlenswerte Bodendecker für die Grabbepflanzung finden Sie im kompletten Beitrag, der in der Friedhofskultur 7/2018 erschienen ist.