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Phalaenopsis-Züchter Orchids4all bankrott

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Der niederländische Phalaenopsis-Züchter Orchids4all ist bankrott. Am Mittwoch erklärte das zuständige Gericht in Amsterdam das Familienunternehmen für zahlungsunfähig. Völlig überraschend kam die Insolvenz jedoch nicht.

Schwierige Marktbedingungen und angespannte Preise veranlassen viele Orchideen-Gärtnereien dazu, ihre Fläche zu verringern oder komplett den Betrieb einzustellen. Foto: Pixabay

Orchids4all kämpft mit Marktbedingungen

In der Branche sei es ein offenes Geheimnis gewesen, dass der von Ed Meeuwissen und seinem Sohn Ewout Ed geleitete Betrieb in Aalsmeer mit den immer schwierigeren Marktbedingungen zu kämpfen gehabt habe, berichtet das niederländische Vakblad voor de Bloemisterij.

So habe sich Orchids4all bereits vor Monaten auf die Züchtung und Entwicklung neuer Konzepte konzentriert. Die zwei Hektar Fläche umfassende separate Phalaenopsis-Produktion sollte einer Betriebsanalyse zufolge, die das Vakblad im Juni zusammen mit Züchtern, Produzenten und Experten der Royal FloraHolland durchgeführt hatte, geschlossen werden.

Phalaenopsis-Züchter bis zuletzt zuversichtlich

Dass der Betrieb jetzt möglicherweise komplett eingestellt werden muss, treffe die Firmeninhaber selbst relativ unvorbereitet. Wie die Meeuwissens in einer ersten Stellungnahme erklärten, waren sie bis vor zwei Wochen noch davon überzeugt, die Insolvenz ihrer seit 1967 auf Phalaenopsis spezialisierten Gärtnerei abwenden zu können.

Orchids4all hatte sich in der Vergangenheit regelmäßig bei den Orchid Inspiration Days sowie auf weiteren Messen präsentiert und war insbesondere für das firmeneigene Orchideen-Konzept „Wonders of Amsterdam“ bekannt. Sorten aus eigener Züchtung trugen entsprechend Namen wie ‘Ciske’, ‘Rembrandt’ oder ‘P. C. Hoofd’.

20 Hektar Orchideen-Produktion in den Niederlanden fallen weg

Wie das Vakblad schreibt, stehe die Insolvenz von Orchids4all im Zusammenhang mit den generellen Entwicklungen innerhalb der Orchideen-Branche. So habe die spätestens seit November 2017 schwierige Preisgestaltung bei Phalaenopsis mehrere Betriebe dazu veranlasst, ihre Produktion einzustellen oder zumindest flächenmäßig zu verringern. Zudem würden altersbedingte Betriebsaufgaben und fehlende Nachfolger dazu beitragen, dass in den Niederlanden insgesamt rund 20 Hektar Orchideen-Produktion wegfallen.

Die Auswirkungen der Betriebsaufgaben und verringerten Produktionsflächen kommen vermutlich im Frühjahr/Sommer 2019 zum Tragen, prophezeit das Vakblad. Rund zehn Prozent weniger Orchideen sollen dadurch im kommenden Jahr voraussichtlich am Markt sein, so die Schätzung. Wie sich das auf die Preise von Phalaenopsis auswirken werde, sei dem Fachblatt zufolge derzeit reine Spekulation.