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Pilzproduzenten fordern Nachbesserung der EEG-Reform: „Gleiche Regelungen für alle!“

Die deutschen Champignonproduzenten sind von den steigenden Kosten der Ökostromförderung besonders betroffen: Sie verbrauchen viel Strom und stehen im internationalen Wettbewerb, beispielsweise mit niederländischen oder polnischen Erzeugern. Da der Champignonanbau nicht zum produzierenden Gewerbe zählt, kann er sich nicht von der EEG-Umlage befreien lassen – ebenso wenig wie andere landwirtschaftliche Betriebe. 

Viel Strom verbrauche bei der Pilzproduktion unter anderem die Hygiene im Betrieb, informiert der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC). Zur konsequenten Vermeidung von Konkurrenzsporen wird etwa heißer Wasserdampf über eine lange Zeit eingesetzt. Diese Maßnahme erspare den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln. Wasserdampf sei rückstandsfrei im Produkt, habe aber auch hohe Energiekosten zur Folge.

Die EEG-Umlage alleine macht sechs bis acht Millionen Euro Mehrkosten im Jahr aus, so der BDC. Daran habe sich, nach derzeitigem Stand, auch durch die EEG-Reform nichts geändert. Kriterien zur Befreiung von der EEG-Umlage nach den Maßstäben, die für das produzierende Gewerbe gelten, erfüllen die Pilzproduzenten laut BDC aber zu einem großen Teil.

Es müssten also gleiche Regelungen für alle gelten. Der BDC fordert deshalb, die Finanzierung der erneuerbaren Energien neu aufzustellen, damit es nicht zu ungerechtfertigten und ruinösen Wettbewerbsverzerrungen komme. Dies gelte ebenso für stromintensive Unterglasbetriebe. Auch sie seien betroffen und dürften laut BDC nicht benachteiligt werden. (zvg/bdc)