Plagiarius-Wettbewerb sucht dreiste Fälschungen

Veröffentlichungsdatum:

Der Zwerg, der sich eine goldene Nase verdient. Der Plagiarius wird auch 2022 wieder vergeben und sucht aktuell nach dreisten Fälschungen. Foto: Plagiarius

Im nächsten Jahr wird der Negativpreis „Plagiarius“ zum mittlerweile 45. Mal verliehen. Ausgezeichnet werden damit jährlich die dreistesten Fälschungen von Markenartikeln. 2021 wurde die Nachahmung einer Stihl-Kettensäge mit dem Negativpreis bedacht.

Einreichungen bis 30. November 2021

Der Negativpreis „Plagiarius“ will auch im Jahr 2021 dreiste Nachahmungen ins öffentliche Licht rücken. Bis zum 30. November 2021 haben Unternehmer, Designer und Erfinder die Möglichkeit, ihre Originalprodukte sowie die vermeintlichen Nachahmungen zum Plagiarius-Wettbewerb einzureichen und den Plagiator, sei er Hersteller oder Händler, als Preisträger des Negativpreises vorzuschlagen. Die vermeintlichen Fälscher werden vorab schriftlich von ihrer Nominierung in Kenntnis gesetzt und haben die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Anschließend bewertet eine Experten-Jury die eingegangenen Nominierungen. Die Angst vor einer Blamage habe in der Vergangenheit bereits den einen oder anderen Plagiator dazu gebracht, eine Einigung mit dem Originalhersteller zu erzielen. Um ein Plagiat für den Plagiarius vorzuschlagen, sind das Originalprodukt, das vermeintliche Plagiat, das ausgefüllte Anmeldeformular, sofern vorhanden die erfolgte Korrespondenz mit dem Plagiator, etwaige Kopien von eingetragenen gewerblichen Schutzrechten und weitere Hintergrundinformationen, die der Jury behilflich sein könnten einzureichen. Das Anmeldeformular inklusive der Teilnahmebedingungen und Infos zur Datenverarbeitung können online heruntergeladen werden. In diesem Jahr ging der Plagiarius an eine Fälschung einer Kettensäge von Stihl, die ein asiatischer Hersteller kopiert hatte (TASPO Online berichtete).

Seit 1977 wird Negativpreis „Plagiarius“ verliehen

Der Negativpreis „Plagiarius“ geht seit 1977 jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen. Die Organisation will damit auf skrupellose Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraterie aufmerksam machen und diese ins öffentliche Bewusstsein rücken. Des Weiteren wolle man Industrie, Politik und Verbraucher für die Problematik sensibilisieren. Ein weiteres Anliegen des von Industrie-Designer Rido Busse ins Leben gerufenen Preises sei es, die Wertschätzung für geistiges Eigentum, also für innovative und kreative Leistungen, zu steigern. Die Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase, der als Symbol für die immensen Profite stehe, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften.

Abschreckende Wirkung des Preises

„Wir sind von der abschreckenden Wirkung des Negativpreises „Plagiarius“ angenehm überrascht. Die Auszeichnung mit dem Schmähpreis hat den asiatischen Nachahmer dazu gebracht den Verkauf der Fälschungen zu stoppen und sich bei uns zu entschuldigen. Dadurch sind WIKA weitere Rechtsverfolgungen und damit verbundener Zeit- und vor allem Kostenaufwand erspart geblieben! Und die sehr große Medienresonanz, die bis nach Asien reicht, schreckt auch andere Nachahmer ab, so dass wir immer wieder für einige Zeit Ruhe haben“, berichtet Ulrich Demuth, Leiter Patent & Marken bei WIKA SE Klingenberg über die Erfahrungen seines Unternehmens mit dem Plagiarius und Produktfälschern in Asien. Im kommenden Jahr wird der Plagiarius im Rahmen der der Ambiente vom 11. bis 15. Februar 2022 verliehen. Bei der Messe werden alle eingereichten Originale und Plagiate an prominenter Stelle ausgestellt.

Cookie-Popup anzeigen