Alle News

Planung und Gestaltung: wann Stein im Garten sein darf

, erstellt von

Grünflächen und Gärten, egal in welcher Größe, helfen dabei, den Klimawandel zu bekämpfen. Schottergärten hingegen bringen eine Reihe von Nachteilen mit sich, wie eine langandauernde Wärmespeicherung und einen mit den Jahren zunehmenden Pflegeaufwand. Stein im Beet bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass es sich um einen Schottergarten handelt.

Eine Alternative zu reinem Stein sind Kiesgärten, mit denen sich zum Beispiel sehr sonnige Standorte mit trockenen, sandigen und nährstoffarmen Böden attraktiv begrünen lassen. Foto: BGL

Dann handelt es sich trotz Stein nicht um einen Schottergarten

Grüne Räume bieten, im Gegensatz zu Steinwüsten, einen hohen Wohlfühlcharakter und unterstützen nachweislich die Gesundheit. Zusätzlich sorgen sie sowohl für Nahrung und Lebensraum für Tiere als auch für Abkühlung durch ihre Verdunstungskräfte. Diese Vorteile hat der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) Baden-Württemberg in seiner Broschüre „Grüne Gartenvielfalt – jeder Quadratmeter zählt“ aufgearbeitet. Sie setzt sich für eine Gartengestaltung mit Pflanzen ein, sagt aber auch, dass Stein unter gewissen Bedingungen durchaus sein darf. Gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat der Verband eine Negativabgrenzung gefunden, die bestimmt, wann es sich trotz der Verwendung mineralischer Materialien, nicht um einen nach § 21a NatSchG verbotenen Schottergarten handelt.

Dies ist der Fall bei:

  • der Herstellung eines fachgerechten Lebensbereichs Alpinum/Steingarten
  • einer Kies-/Splittmulchung bis zur Korngröße 16 Millimeter (bei speziellen Pflanzungen wird auch eine Körnung bis 32 Millimeter eingesetzt), bei der keine Trennlage (wasserundurchlässig/wurzelfest) verwendet wird. Ziel der Mulchung ist es, den Boden abzumagern oder die Verdunstung zu reduzieren. Die Pflanzung muss grundsätzlich der Fläche ein Gepräge geben. Dies ist gegeben bei einer Begrünung mit einem gleichmäßigen Bestand in Wuchs und Verteilung und einer Bodendeckung von mindestens 70 Prozent.

Stein in Kombination mit Pflanzen steigert die Biodiversität

„Stein darf sein!“, heißt es ausdrücklich in der Veröffentlichung, die auf der Webseite des VGL Baden-Württemberg kostenfrei heruntergeladen werden kann. Bei der Gartengestaltung solle nicht auf Natur- oder Betonstein verzichtet werden. Ganz im Gegenteil: „Fachmännisch verbauter Stein in Form von wasserdurchlässigen Belägen, Natursteinmauern, Sitzsteinen, gekonnten Arrangements aus Stauden und Findlingen oder auch als natürliches regionales Mulchmaterial unter einer Staudenpflanzung steigert sogar die Biodiversität und wirkt optisch attraktiv.“ Diese Art der Verwendung und Einbindung von Steinen in Pflanzflächen und Gärten habe nichts mit den sogenannten Schottergärten oder Steinwüsten zu tun, betont der GaLaBau-Verband und begründet es so: Der Gestaltungsschwerpunkt liegt eindeutig auf einer insektenfreundlichen Bepflanzung.

Häufigster Irrtum: mit Schottergärten Zeit bei der Pflege sparen

Noch immer besteht der Glaube, dass Gärten mit viel Stein besonders pflegeleicht seien und viel Zeit bei der Pflege eingespart werden kann. „Doch das entspricht leider nicht der Realität“, heißt es dazu. „Wenig Ästhetik, ein heißes unwirtliches Kleinklima direkt am Haus sowie das Veralgen, Vermoosen oder auch Verunkrauten sind vorprogrammiert. Laub verfängt sich zwischen den Steinen, zersetzt sich zu Humus und wird zur neuen Lebensgrundlage für lästige Unkräuter. So sind Schottergärten bereits nach kurzer Zeit unansehnliche, heiße Steinwüsten, die in der Pflege viel mehr Zeit in Anspruch nehmen als jemals gedacht“, so der VGL Baden-Württemberg.

Cookie-Popup anzeigen