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Pötschke-Insolvenz: „Der Nachhall fällt auf uns zurück“

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Der Name ist vielen bekannt und derzeit in aller Munde: Pötschke. Aktuell sorgt die Insolvenz des Gartencenters „Gärtner Pötschke“ in Willich für Aufmerksamkeit. Da in der Bundesrepublik mehrere grüne Unternehmen diesen Namen tragen, kommt es immer wieder zu Verwechslungen. Wir sprachen mit Ralf Pötschke, Geschäftsführer des „Gartencenter Pötschke“ in Schwerte, über die Auswirkungen der Insolvenz und seine Verbindungen zum betroffenen Betrieb.

Insolvenz von Gartencenter „Gärtner Pötschke“ in Willich

Neben dem Betrieb von Ralf Pötschke in Schwerte gibt es unter anderem auch Verwechslungen mit dem gleichnamigen Online-Versandhandel „Gärtner Pötschke“ von Cornelia Pötschke-Kirchhartz mit Sitz in Kaarst. Der Shop wurde im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Onlinehandel-Award in der Kategorie „Garten & Heimwerken“ als Online-Shop des Jahres ausgezeichnet. Betroffen ist jedoch nur das Gartencenter „Gärtner Pötschke“ aus Willich-Schiefbahn von Geschäftsführer Markus Jungbluth.

Die Insolvenz ist laut einem Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Dr. Claus-Peter Kruth in vollem Gange. Derzeit prüfen Dr. Kruth und sein Team vor Ort die wirtschaftliche Ausgangslage und die zur Verfügung stehenden Sanierungsoptionen. Der Geschäftsbetrieb wird aktuell ohne Einschränkungen weitergeführt. Erst 2017 erweiterte das Gartencenter in Willich sein Sortiment mit exklusiven Lounge-Möbeln, die nur vor Ort und nicht im Internet angeboten werden.

Verunsicherung bei den Lieferanten

Aufgrund der Namensähnlichkeit kam es bei dem rund 100 Kilometer entfernten „Gartencenter Pötschke“ in Schwerte zu Nachfragen bezüglich der Insolvenz, bestätigte Geschäftsführer Ralf Pötschke gegenüber TASPO Online. „Natürlich fällt der Nachhall der Insolvenz des Unternehmens von Markus Jungbluth in Willich auf uns zurück. Jedoch nicht seitens der Kunden. Der Betrieb in Willich ist unseren Kunden in der Regel nicht bekannt. Die Betriebe liegen ja rund 100 Kilometer auseinander. Somit gibt es keine Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Einzig einige Lieferanten waren verunsichert und hakten so umgehend nach, was es mit der Insolvenz auf sich hat.“

Eine geschäftliche Verbindung zum Betrieb in Willich besteht laut Ralf Pötschke nicht, was auch Insolvenzverwalter Dr. Claus-Peter Kruth uns gegenüber bestätigte. „Es kam bisher zu keinen Stornierungen oder ähnlichem“, führt Ralf Pötschke fort. „Das Unternehmen in Willich ist ein ausgegliederter Betrieb, der von einem Vetter von Cornelia Pötschke-Kirchhartz vom Online-Versandhandel ‚Gärtner Pötschke‛ geführt wird.“ Familiäre Verflechtungen gibt es dennoch.

Gärtnergenerationen im Wandel

Die Geschichte der Familie Pötschke geht zurück bis in das Jahr 1912, auf die Gründung des Unternehmens durch Harry Pötschke im thüringischen Mörsdorf. 1934 zog der Betrieb nach Arnstadt und beschränkte sein Kerngeschäft anfangs auf den Verkauf von Sämereien. Durch die Zerstörung des Firmensitzes in Arnstadt im Zweiten Weltkrieg, wurde das Unternehmen 1949 in Kaarst im Rhein-Kreis Neuss wiederaufgebaut. Firmengründer Werner Pötschke führte von 1960 bis 1982 das Unternehmen in Kaarst. Seine Tochter Cornelia Pötschke-Kirchhartz leitet heute in der dritten Generation den Online-Versandhandel „Gärtner Pötschke“.

Parallel dazu entwickelte sich 1957 über Gerhard Pötschke, Werner Pötschkes Bruder, ein zweiter Standort in Schwerte. Der Handel, der sich inzwischen über die Samenhandlung hinweg auf Blumen spezialisiert hatte, fand zunächst aus der Garage heraus statt und eröffnete 1969 sein erstes stationäres Geschäft. Seit 1991 leitet Geschäftsführer Ralf Pötschke nun das „Gartencenter Pötschke“ in Schwerte und wird von seinen beiden Söhnen, Christian und Markus, unterstützt. Die Familiengeneration der Gärtner wird weitergeführt.