Alle News

Poinsettien: Bekämpfung der Weißen Fliege Bemisia tabaci

, erstellt von

Bei der Produktion von Poinsettien kann die Weiße Fliege ein großes Problem darstellen. Insbesondere die Arten Trialeurodes vaporariorum und Bemisia tabaci treten häufig im Gewächshaus auf und können zu großen Schäden und Umsatzeinbußen führen.

Bei der Art Bemisia tabaci sind die Puparien zitronengelb. Foto: Elke Mester

Bemisia-Larven mit Schlupfwespe Eretmocerus in Schach halten

Im Gegensatz zu Bemisia tabaci lässt sich Trialeurodes vaporariorum mit der Schlupfwespe Encarsia formosa gut in Schach halten. Bemisia-Larven -werden von dieser Nützlingsart jedoch weniger bevorzugt. Bei Bemisia tabaci eignen sich eher Schlupfwespen der Gattung Eretmocerus (E. mundus, E. eremicus, E. californicus). Daher ist es wichtig zu wissen, mit welchem Schädling man es zu tun hat – zumal Bemisia tabaci nach EU-Richtlinie 2000/29/EG als Quarantäne-Schadorganismus eingestuft ist. Befallene Ware ist somit vom Handel ausgeschlossen.

Weiße Fliege-Arten anhand Puparien unterscheiden

Mithilfe einer kleinen Lupe können die beiden Arten leicht bestimmt werden. Das Unterscheidungsmerkmal der adulten Tiere besteht in der Flügelhaltung. Im Ruhezustand legt Bemisia tabaci ihre Flügel steil dachziegelartig übereinander. Bei Trialeurodes vaporariorum ist die Flügelstellung abgeflachter. Zudem ist Bemisia tabaci etwas kleiner. Um dies zu erkennen, benötigt man jedoch ein gutes und geschultes Auge. Deutlicher ist eine Unterscheidung anhand der Puparien. Bei Bemisia tabaci sind die Puparien zitronengelb gefärbt, was vor allem bei Poinsettien besonders zum Vorschein kommt.

Da sich die Tiere zumeist auf der Blattunterseite aufhalten, sind sie bei einer Mittelapplikation teilweise nur schwer zu erfassen. Auch entwickelt die Weiße Fliege, insbesondere die Gattung Bemisia, gegenüber vielen chemischen Wirkstoffen sehr schnell Resistenzen. Dadurch kann die Wirksamkeit eines Pflanzenschutzmittels innerhalb kurzer Zeit stark abnehmen. Daher sind Alternativen zu den herkömmlichen Präparaten wichtig, zumal die Akzeptanz chemischer Mittel in der Bevölkerung stetig abnimmt.

Bekämpfung durch Pilz Beauveria bassiana

Eine Option ist der Einsatz des entomopathogenen Pilzes Beauveria bassiana. Dies ist die Nebenfruchtform eines Ascomyceten aus der Familie der Cordycipitaceae (Hauptfruchtform: Cordyceps bassiana). Sein Vorkommen ist ubiquitär und er befällt nur Insekten. Sobald es zum Kontakt der Pilzspore mit einem Insekt kommt, keimt diese als Keimschlauch aus und dringt über die nicht-sklerotisierten Bereiche an den Mundwerkzeugen oder den Gliedmaßen in den Wirt ein. Daraufhin bildet der Pilz hefeähnliche Zellen oder Blastosporen, die sich über die Hämolymphe der Insekten verbreiten. Nach 36 bis 72 Stunden führt dies zum Tod.

Infizierte Larven der Weißen Fliege erkennen

Infizierte Larven der Weißen Fliege sind oft anhand einer Verfärbung in Richtung orange-rosa bis rötlich-braun zu erkennen. Teilweise trocknen sie auch aus. Nach dem Tod des Insekts kommt es zur Bildung des Myzels, das ebenfalls vorzugsweise an den nicht-sklerotisierten Bereichen wieder aus dem Tier hinauswächst. An dem abgestorbenen Insekt bilden sich neue Sporen, die zur Infektion weiterer Schädlinge dienen können.

Den kompletten Artikel lesen Sie in Ausgabe 7+8/2018 Gärtnerbörse, der Fachzeitschrift für den Zierpflanzen-Profi.