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Poinsettien: Folgen steigender Ölpreise für Gärtner

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Noch immer zählt die Poinsettie zu den beliebtesten Zimmerpflanzen in Deutschland. Aufgrund der teilweise drastisch schwankenden Ölpreise stellt sich jedoch die Frage, inwieweit der Hundertmillionen-Euro-Seller in mit Leichtöl beheizten Gewächshäusern noch rentabel angebaut werden kann.

Verkaufsschlager Poinsettien: Weihnachtssterne verzaubern jedes Jahr unzählige Haushalte. Doch wenn unterm Strich zu wenig oder gar nichts mehr für den Gärtner übrig bleibt, wird es düster um den Zauber. Foto: Norbert Elgner

Heizölpreise deutlich über „Normalniveau“

Anfang Oktober lag der Preis für Rohöl bei rund 85 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Infolgedessen stiegen neben den Benzin- und Diesel-Preisen auch die Preise für Heizöl. Im Oktober betrug der Preis bei einer Abnahmemenge von 10.000 Litern rund 0,72 Euro netto pro Liter, im Jahr davor lediglich 46 Cent je Liter. Die Heizölpreise in Deutschland liegen damit um rund 40 bis 50 Prozent über dem „Normalniveau.“

Für Poinsettien-Produzenten, die mit leichtem Heizöl arbeiten, treibt die aktuelle Verteuerungswelle des Energieträgers die Kostenseite in die Höhe. Können sie nicht an den Abnehmer in adäquater Weise weitergegeben werden, drücken sie die Rendite-Quote weiter nach unten.

Jeder Produzent, der mit Leichtöl Poinsettien produziert, steht vor der Frage: Wie lassen sich die höheren Energiekosten kompensieren oder welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Prinzipiell stehen drei grundsätzliche Szenarien zur Diskussion.

1. Mehrkosten werden auf Verkaufspreise umgelegt

Die Mehrkosten werden auf die Verkaufspreise umgelegt. Eine absolut normale Handlungsweise, die jedoch nicht so ohne weiteres funktionieren dürfte. Bei Poinsettien handelt es sich um einen Massenmarkt mit vielen Anbietern, sprich Produzenten, die mit den unterschiedlichsten Brennstoffen arbeiten, vor allem auch mit jenen, die mit keinen oder nur geringeren Preisschwankungen verbunden sind.

Sie sehen sich vermutlich nicht gezwungen, die Preise zu erhöhen, zumindest nicht in dem dargestellten Maße. Die Weitergabe der Mehrkosten lässt sich noch am ehesten in den Einzelhandelsgärtnereien realisieren, die die selbstproduzierte Ware direkt vermarkten können.

2. Energieeinsparung während der Kultur

Die Möglichkeiten der Energieeinsparung während der Kultur sind heute weitgehend ausgeschöpft. Weitere Temperaturabsenkungen gehen auf Kosten der Qualität, schließen sich folglich aus.

Eine Vorverlegung der Kulturzeiten bietet vielleicht da und dort noch eine Lösung im gewissen Rahmen, ebenso wie die Verwendung von temperaturtoleranteren Sorten, was möglicherweise aber auch wieder zu späteren Haltbarkeitsproblemen in den warmen Wohnungen führen kann.

3. Abschied von Poinsettien

Die Mehrkosten schlagen voll auf die Rendite der Kultur durch. Dieses Szenario lässt sich möglicherweise vorübergehend einmal mit Zähneknirschen hinnehmen. Auf Dauer jedoch bleiben in diesem Falle nur zwei Wege. Entweder es kann auf alternative Brennstoffe umgestellt werden, oder aber es kommt zur Verabschiedung von der Poinsettien-Kultur.

Für viele mittlere und kleinere Poinsettien-Produzenten, die mit Leichtöl heizen, dürfte wohl die jüngste Ölpreisentwicklung das i-Tüpfelchen darstellen, die Poinsettien-Kultur aus Rentabilitätsgründen aufzugeben.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der TASPO 47/2018, die in unserem Shop abrufbar ist.