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Poinsettien-Saison 2020: bis zum Lockdown ordentlich gelaufen

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Seit dem 16. Dezember 2020 gilt aufgrund des hohen Infektionsaufkommens von Corona im gesamten Bundesgebiet der zweite Lockdown. Wiederum gibt es seitdem von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regelungen bezüglich der Geschäftsschließungen. Entsprechend mussten besonders in der Zeit kurz vor Weihnachten viele Poinsettien, die bis dato noch nicht verkauft waren, zwangsläufig entsorgt werden.

Poinsettien schön inszeniert – so funktioniert Produktaufwertung im Fachhandel. Foto: Norbert Elgner

Saison schloss Corona-bedingt eineinhalb Wochen vor Weihnachten

Da und dort wurden sie noch für wohltätige Zwecke genutzt. Corona-bedingt schloss die Poinsettien-Saison 2020 deshalb eineinhalb Wochen vor dem Fest, dem natürlichen Cut der Saison. Vor allem Produzenten mit Lieferaufträgen kurz vor dem Fest traf es empfindlich, denn diese wurden vom Handel storniert. Im Normalfall floss die Ware jedoch rechtzeitig vor dem Lockdown ab. Die durch den Lockdown bedingten Verluste waren in diesem Falle marginal, zumindest lagen sie im einstelligen Prozentbereich. Wäre der Lockdown-Termin zwei Wochen früher gekommen, hätte die Saison in einem Desaster enden können.

Natürlich hat der Poinsettien-Markt seine Grenzen erreicht. Die Produktionsstückzahlen wachsen nicht mehr, der Markt musste keine Übermengen unterbringen. Eher ist von einer Konsolidierung zu sprechen. Etliche Produzenten reduzierten sogar ihre Anbaumengen. Manche gaben die Kultur aufgrund fehlender Ertragskraft komplett auf, wie beispielsweise im Großraum Rhein-Main-Neckar. Nicht zuletzt spielen auch die Absatzkanäle eine Rolle: Auf Fachhandelsebene verlief die Saison – abgesehen vom Lockdown – ordentlich, aber nicht euphorisch.

Image der Poinsettie als Umsatzbringer bröckelt

Ob ein Fachhändler mit dem „Megaseller“ Weihnachtsstern gute oder weniger gute Geschäfte macht, hängt von vielerlei Faktoren ab: Entscheidend ist die individuelle Wettbewerbssituation vor Ort, aber auch die eigene Einstellung zum Produkt. Diesbezüglich ist festzustellen, dass in vielen Fällen der Stern im Verblassen begriffen ist. Sein Image als Umsatzbringer bröckelt. Zunehmend sehen Mitarbeitende einschließlich der Geschäftsleitung in ihm eine sensible Diva, transport- und temperaturempfindlich, mit mehr Ausfällen im Verkauf behaftet als etwa Amaryllis oder Helleborus. Aber auch für diese Adventsblüher zeichnete sich schon in der laufenden Saison ab, dass die Marktaufnahmefähigkeit erreicht ist.

Gerade in Deutschland ist der Weihnachtsstern trotz allem Gegenwind – wie Vermassung oder oft unsachlich geführten Kampagne über Anbaumethoden in Südbetrieben – ein strahlendes Symbol in unseren Wohnungen, welches in der Advents- und Weihnachtszeit nicht wegzudenken ist. Von daher ist es notwendig, dass sich im Fachhandel dieser Stellenwert im Verkauf widerspiegelt: im Qualitätsmanagement, in der Aktualität des Angebotes sowie in der Präsentation. Auf all diesen Gebieten lässt sich gegen den Systemhandel leicht punkten, wenn das Engagement des Fachhändlers stimmt: Top-Qualität und Top-Präsentation müssen zusammenwirken.

Aktive Verkaufsförderung im Fachhandel gefragt

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Fachgeschäfte ihr Know-how ausspielen. Die Sterne ideenreich präsentieren, sie nicht auf CC-Containern oder Topf an Topf auf Verkaufstischen als rote Masse aufstellen. Vielmehr ihrem Produkt einen Mehrwert verleihen, beispielsweise durch trendige Verarbeitungsideen, edel ausgeschmückt, in passenden Übertöpfen.

► Mehr über die Poinsettien-Saison 2020 und die aktive Verkaufsförderung im Fachhandel lesen Sie in der TASPO 2/2021.

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