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Poinsettiengeschäft 2012: Fachhandel muss um den Megaseller kämpfen

Gleich vorweg, der Megaseller hat die Erwartungen in der abgelaufenen Saison durchweg erfüllt. Trotz einiger PR-Kampagnen in Print- und TV-Medien, die den Weihnachtsstern rundweg als „Klimakiller“ darstellten, nebst prekären und sozial bedenklichen Arbeitsbedingungen in den südlichen Produktionsstätten der Jungpflanzenbetriebe, hielten die Verbraucher ihren Weihnachtssternen unvermindert die Treue.

Nach dem Datenmaterial der AMI nehmen Poinsettien, allerdings weit hinter Topf-Orchideen, den zweiten Platz unter den Top-Ten der blühenden Zimmerpflanzen ein. In Abhängigkeit des leicht schwankenden Marktvolumens „blühende Zimmerpflanzen“ sank der Ausgabenanteil Poinsettien von 103,2 Millionen Euro im Jahre 2008 auf 88,2 Millionen Euro im Jahre 2011. Dies entspricht einem Rückgang von 14,5 Prozent, während der Gesamtmarkt „blühende Zimmerpflanzen“ nur um 2,3 Prozent nachgab, ausgehend von 100 Prozent im Jahr 2008.

Unterstellt man während des angegebenen Zeitraums einen konstanten Durchschnittspreis von 2,75 Euro pro Stück, so gingen die Verkaufszahlen von 37,2 Millionen Stück in 2008 auf 32,1 Millionen Stück in 2011 zurück (zum Vergleich, der Weihnachtsbaumabsatz liegt bei etwa 28 Millionen Stück). Schaut man jedoch nur auf die letzten drei Jahre, so kann insgesamt von einem stabilen Poinsettienmarkt gesprochen werden. Dennoch wäre ein Ausruhen auf dem derzeitigen Level für den Fachhandel gefährlich.

Zu stark ist der Konkurrenzdruck, für den der LEH und die DIY-Märkte sorgen und der ausschließlich über die Preisführerschaft ausgetragen wird. Welche Stellschrauben auf Fachhandelsschiene dabei zu justieren sind, geht aus nachfolgenden Ausführungen hervor.

Die Farbe Rot dominiert absolut. Der Marktanteil von Sorten aus dem roten Spektrum beträgt gut 80 Prozent. Was vor allem fehlt ist noch immer eine wurzelstabile, dunkellaubige Sorte in reinem Weiß. Das aktuelle Handelssortiment ist riesig. Die Sortenübersicht dazu finden Sie untenstehend zum Download. Diese zeigt einige Beispiele, welche Sorten oder Sortenserien sich für welche Produktformen besonders eignen.

Auch in der vergangenen Saison gab es keine Bewegung in den Einzelhandelspreisen. Orientierungswerte dazu können Sie ebenfalls untenstehend downloaden. Praktisch auf allen Vermarktungsebenen, einschließlich den Einzelhandelsgärtnereien wurde verstanden, dass es preispsychologisch betrachtet darauf ankommt, welche Ziffer vor dem Komma steht. Andererseits ist dies jedoch auch die Hauptursache dafür, dass die Preise dort festgezurrt sind, wo sie bereits seit Jahren liegen. Eine Anhebung über die markanten Preisschwellen ist, wie auch bei allen anderen Massenartikeln, ohne zusätzliche Wertevermittlung schadlos nicht durchsetzbar.

Dabei steht die Wertevermittlung für verbale und non verbale Zusatzinformationen, etwa mit den Hinweisen „Neuheit“, „XXL“, „Ware aus eigenem Anbau“, „Aus der Region“, „Bio-Sterne“, „Nachhaltig produziert“.

Weitere Tendenzen lesen Sie in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 02/2013. (ts/elg)