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Prämiertes Gründach auf dänischer Müllverbrennungsanlage

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Eine Müllverbrennungsanlage als Freizeitattraktion – was abwegig klingt, ist in Kopenhagen gelungen. Dank modernster Begrünungstechnik konnte auf dem Dach des Amager Ressource Center eine Landschaft mit 300 Bäumen inklusive Wanderwegen und Skipiste realisiert werden. Jetzt wurde das zukunftsweisende Projekt als BuGG Gründach des Jahres 2020 ausgezeichnet.

Skifahren, Klettern, Wandern – das alles ist auf dem Gründach der als „Copenhill“ bekannten Müllverbrennungsanlage möglich. Foto: Ehrhorn Hummerston

„Copenhill“ mit insgesamt 16.000 Quadratmeter Dachfläche

Die moderne Müllverbrennungsanlage, die sich nahe dem Stadtzentrum Kopenhagens befindet, wurde 2017 nach vier Jahren Bauzeit in Betrieb genommen. Weitere zwei Jahre wurde an den ungewöhnlichen Außenanlagen gebaut, durch die sich das knapp 90 Meter hohe Industriegebäude in ein visionäres Grünprojekt verwandeln sollte. Insgesamt 16.000 Quadratmeter Dachfläche bietet das inzwischen auch als „Copenhill“ bekannte Amager Ressource Centre – Platz genug für eine insgesamt 450 Meter lange, ganzjährig nutzbare Skipiste, vier Liftanlagen, eine Kletterwand und ein vielfach geschwungenes Wanderwegenetz, das sich durch eine robuste Naturlandschaft zieht. Als sichere Basis für die imposante Freizeitanlage dienten die Bautenschutz- und Dränage-Elemente Elastodrain und Protectodrain des Gründach-Systemherstellers ZinCo, der neben den Architekten der Bjarke Ingels Group, den Landschaftsarchitekten von SLA und dem dänischen GaLaBau-Unternehmen Malmos an dem langen Entstehungsprozess beteiligt war.

Gründach gewinnt Scandinavian Green Roof Award 2019

Wie das Nürtinger Unternehmen zu dem anspruchsvollen, 2019 mit dem Scandinavian Green Roof Award ausgezeichneten Begrünungsprojekt ausführt, beinhaltet die bis zu 30 Grad geneigte Dachfläche aus Gründen des Erosionsschutzes schräge Schwellen, die das Hangwasser zu den seitlichen Dachgullys ableiten. Speziell im Bereich der späteren Gehölzpflanzungen wurden zudem zahlreiche Widerlager über Schraubanker obenauf betoniert, um stabile Befestigungsmöglichkeiten für die mit insgesamt 300 Bäumen angelegte Naturlandschaft auf dem Dach des „Copenhill“ zu haben. Grundlage dafür sind den Angaben zufolge die hoch belastbaren ZinCo-Dränageplatten Protectodrain PD 250 mit rutschhemmender Gummischutzmatte. Es folgten Systemfilter und 20 bis 100 Zentimeter Systemerde, auf denen jetzt für Dänemark typische Pflanzenarten wachsen. In erosionsgefährdeten Bereichen kamen laut ZinCo darüber hinaus Vegetationsmatten zum Einsatz.

Künstlich angelegte Skipiste wirkt wie natürlicher Hang

Für die rund 8.000 Quadratmeter Dachfläche einnehmende Skipiste wurde nach Firmenangaben ebenfalls Protectodrain PD 250 als Basis verwendet. Die folgende Substratschicht ist demnach in zwei Kunststoffnetze „eingebettet“, die mit einer halben Million Kabelbinder fest miteinander verbunden sind. Der eigentliche Pistenbelag besteht aus 30 mal 30 Zentimeter großen Kunststoffmatten, die an rund 70.000 integrierten Metallplatten verschraubt sind. Aufgrund der von hell- bis dunkelgrün variierenden Mattenfärbungen und der unterschiedlichen Gefälle wirke die Piste wie ein natürlicher Hang, auf dem echtes Gras durchwächst, wie ZinCo erklärt. Beidseitig der Skipiste seien rund 3.000 Quadratmeter Dachfläche mit Treppenaufgängen und dem bereits erwähnten Wanderwegenetz nebst Sitzgelegenheiten gestaltet. Als Basis hierfür diente laut ZinCo die extrem hoch belastbare Dränage- und Bautenschutzmatte Elastodrain EL 200, darüber folgen Systemfilter PV sowie verzinkte Armierungsgitter auf entsprechenden Abstandhaltern.

► Ausführlich vorgestellt wird das Projekt in TASPO GARTEN-DESIGN 5/2020, die in unserem Online-Shop erhältlich ist.

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