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Praktiker-Vorstand sieht keine Zukunft mehr

Der Vorstand der Praktiker AG sieht keine Zukunft mehr für das Baumarkt-Unternehmen. In einer nach dem deutschen Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) im Fall von Tatsachen, die den Börsenkurs der zugelassenen Wertpapiere eines Unternehmens erheblich beeinflussen, vorgeschriebenen ad-hoc-Mitteilung der Praktiker AG verneint der Vorstand eine positive Fortführungsprognose für die Praktiker AG und einzelne Gesellschaften der Unternehmensgruppe.

Eine Filiale der Praktiker AG. Werkfoto

Neben dem Insolvenzgrund der Überschuldung sei auch die Zahlungsunfähigkeit der Praktiker AG gegeben, heißt es weiter.

Die Verhandlungen über zunächst Erfolg versprechende weitere Sanierungsfinanzierungen sind am Abend des 10. Juli 2013 gescheitert, weil der Mitteilung zufolge einzelne Gläubigergruppen diesen nicht zugestimmt haben.

Die alternative Finanzierungslösung war auch notwendig geworden, nachdem die Veräußerung der Anteile an der luxemburgischen Tochtergesellschaft Bâtiself S.A. kurz zuvor wegen Gremienvorbehalten auf Seiten des Käufers nicht abgeschlossen und somit die erwarteten Erlöse aus dem Verkauf nicht realisiert werden konnten. Diese Erlöse waren laut Praktiker im Finanzierungskonzept aus dem Jahr 2012 fest eingeplant.

Der Vorstand will für die Unternehmensgruppe prüfen, bei welchen Gesellschaften der Unternehmensgruppe Insolvenzanträge zu stellen sind und kündigte an, so bald wie möglich die Ergebnisse dieser Prüfung zu veröffentlichen.

In Kürze soll nun für die Praktiker AG und mehrere operative Teilgesellschaften beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung von Insolvenzverfahren beantragt werden. Das geht nach Informatuionen des Nachrichtensenders n-tv aus einem Schreiben des Praktiker-Vorstands an die Mitarbeiter hervor.

Die ertragsstärkere Tochter Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft seien dem Schreiben zufolge von der Insolvenz nicht betroffen. Die Praktiker AG zählt rund 20.000 Mitarbeiter. (ts/hlw)