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Preisverfall bei Öl mit Langfristeffekt?

Die erwartete Rezession könnte für einen längerfristigen Abwärtstrend beim Ölpreis sorgen. Diese Einschätzung trifft Technikberater Peter Heise (Ludwigsburg) im Gespräch mit der TASPO-Redaktion. Er geht davon aus, dass sich die weltweit erwartete Rezession aufgrund der Finanzkrise auch bei uns ausbreitet und keine kurzfristige Sache ist. So rechne VW damit, bis 2010 Absatzschwierigkeiten zu haben. Namhafte Autohersteller fahren ihre Produktion zurück. Die Börsen sind weltweit im Abwärtstrend. "Wenn die Wirtschaft nicht läuft, wird weniger Öl gebraucht." Die Nachfrage der Wirtschaft bestimmt den Preis bei Öl in starkem Maß, darauf haben auch reduzierte Fördermengen offenbar nur einen relativ geringen Einfluss. Kommt die Rezession, sei deshalb mit einem auch längerfristig auf niedrigem Niveau liegenden Ölpreis zu rechnen. Der Preis für einen Barrel Rohöl fiel von 146 Dollar im Juli dieses Jahres auf 61 Dollar, also in wenigen Monaten um mehr als die Hälfte. Bisher ist der Preis für Heizöl aber nur etwa um 20 Prozent gesunken. Heise sieht hier deshalb noch Spielraum nach unten: "Die Kaufzurückhaltung in den letzten Monaten, viele leere Tanks bei den Verbrauchern, der bevorstehende Winter und die sinkenden Heizölpreise führten derzeit zu einer starken Nachfrage beim Heizöl. Das sorgt für Lieferschwierigkeiten und hält den Ölpreis noch hoch." In den 80er Jahren, erinnert der Technikberater, hat es eine ähnliche Situation gegeben: Der Ölpreis halbierte sich aufgrund mangelnder Nachfrage der Wirtschaft. Erst Ende der 90er Jahre stieg er sukzessive wieder an, weil die Weltwirtschaft boomte und aufstrebende Länder wie China oder Indien einen großen Bedarf hatten.

Wirkt sich der niedrige Heizölpreis auf Investitionen in regenerative Brennstoffe aus? Gerade im vergangenen halben Jahr gab es einen großen Run auf alternative Energieträger. Heise rechnet damit, dass Gärtner geplante Vorhaben jetzt erst einmal zurückstellen.