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Prinz Charles nennt Baumsterben „schreckliche Tragödie“

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Pflanzengesundheit und Biosicherheit standen im Mittelpunkt der Plant Health and Biosecurity Conference, die in der vergangenen Woche in London stattfand. Diskutiert wurden dabei unter anderem die Auswirkungen des Brexit auf Pflanzenimporte. Zudem warnte der britische Thronfolger Prinz Charles vor den zunehmenden Bedrohungen durch Schädlinge und Krankheiten.

Bei einer Teerunde im Anschluss an die Plant Health and Biosecurity Conference hatte ENA-Präsident Jan-Dieter Bruns (l.) Gelegenheit, sich mit Prinz Charles (r.) über Bäume und Pflanzengesundheit auszutauschen. Foto: Bruns/ENA

Experten aus Gartenbau und Wissenschaft diskutieren Pflanzengesundheit

Rund 100 Experten aus Gartenbau und Wissenschaft aus ganz Europa waren am 20. Februar der Einladung von Sir Nicholas Bacon, Präsident der Royal Horticultural Society und Vorsitzender der Plant Health & Biosecurity Alliance, in die Royal Botanic Gardens, Kew in London gefolgt, um sich in verschiedenen Vorträgen und Podiumsdiskussionen über die Themen Pflanzengesundheit und Biosicherheit auszutauschen. Als amtierender Präsident der European Nurserystock Association (ENA) nahm auch Jan-Dieter Bruns an der Tagung teil.

Besprochen wurden dabei die Problematik und die Risiken, insbesondere für Pflanzenimporte nach England. Thema auf der Tagung war außerdem der Austritt Großbritanniens aus der EU. Zwar gelten während der bis Ende dieses Jahres laufenden Übergangszeit noch die bisherigen Pflanzenschutz-Bestimmungen. Wie Pflanzenimporte danach geregelt werden, bleibt allerdings noch abzuwarten. Es sei jedoch davon auszugehen, dass künftig strengere Regelungen gelten werden, so der Tenor der Tagung. Nähere Informationen dazu sollen in etwa einem halben Jahr bekannt gegeben werden.

Britischer Thronfolger spricht über Baumsterben

Wie sehr ihm die Themen Pflanzengesundheit und Biosicherheit am Herzen liegen, betonte auch Prinz Charles in seinem Vortrag am Ende der Tagung. Der britische Thronfolger – der sich seit Langem für den Schutz der Umwelt einsetzt und bereits Mitte der 1980er Jahre in einem Interview mit der britischen Presse erklärt hatte, dass er mit Bäumen spricht, um diese bei ihrem Wachstum zu unterstützen – verwies unter anderem auf das Absterben britischer Bäume durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Dies sei eine schreckliche Tragödie für jeden, der Bäume und die Landschaft liebe, so der britische Thronfolger.

Als konkretes Beispiel nannte der älteste Sohn von Königin Elisabeth II. die Ulmenkrankheit, infolge derer in Großbritannien unzählige majestätische Ulmen gefällt werden mussten. Und in den vergangenen zehn Jahren sei man Zeuge geworden, wie verschiedene andere Baumarten durch Schädlings- und Krankheitsbefall bedroht oder sogar aus dem Landschaftsbild verschwunden seien – etwa durch das Eschentriebsterben oder den durch Phytophthora ramorum verursachten sogenannten „plötzlichen Eichentod“. Verschärft würde die Situation oftmals noch durch die extremen Wetterverhältnisse infolge des Klimawandels, erklärte Prinz Charles.

Prinz Charles würde am liebsten nur noch Bäume pflanzen

Am liebsten würde er nur noch Bäume pflanzen, wie der 1948 geborene Prince of Wales anlässlich seines 70. Geburtstags gegenüber der BBC geäußert hatte. Für seinen sechsjährigen Enkel Prinz George habe er bereits dutzende von Bäumen auf dem Grundstück seines Landsitzes Highgrove House gepflanzt.

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