Alle News

Projekt "Innovative Gewächshäuser": Betrieb Trübenbach steht jetzt auch im Blickfeld der Forschung

Der Gemüsejungpflanzenbetrieb Helmut Trübenbach im südhessischen Bickenbach (nahe Darmstadt) ist schon öfter durch technische Innovationen aufgefallen. Am 3. März wurde eine neue Gewächshausabteilung eingeweiht. Sie gilt auch als Verbundprojekt für die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis auf dem Gebiet des "innovativen Gewächshausbaus". Mit ihren rund 10000 Quadratmetern macht die neue Cabriogewächshaus-Anlage etwas mehr als ein Achtel der insgesamt über 7,5 Hektar umfassenden Gewächshausfläche des Betriebs Trübenbach aus. Doch nicht ihre Größe ist die Besonderheit, sondern die Bedachung. Jeweils ein Drittel des vom niederländischen Gewächshaushersteller Boeters Glastuinbouwprojekten errichteten Neubaus wurde nämlich mit folgenden neuen Materialien eingedeckt:

- MM-Strukturglas (besonders eisenarmes Spezialglas; mattierte Oberflächenstruktur; thermische Glashärtung)

- MM-Glas mit Antireflexschicht (noch höhere Lichtdurchlässigkeit durch Antireflexschicht; Selbstreinigungseffekt; hydrophile Oberfläche mit No-drop-Eigenschaften)

- ETFE-Folie (F-Clean); Folie aus Japan mit besonders hoher Lichtdurchlässigkeit und langer Haltbarkeit

Es handelt sich hier also um Materialien mit deutlich höherer Lichtdurchlässigkeit im Vergleich zu praxisüblichem Floatglas und PE-Folie. Man rechnet mit einer Transparenz im Bereich des photosynthetisch aktiven Lichts bis zu 97 Prozent, außerdem mit hoher Durchlässigkeit im UV(B)-Bereich. Wie sich dies auf Pflanzenwuchs und -qualitäten auswirkt, zählt zu den Forschungsfragen, zu denen im Rahmen des Projektes mit vielen Messungen entsprechende Antworten gefunden werden sollen. Der neue Gewächshausblock bei Trübenbach hat eine Stehwand- von fünf Meter und eine Firsthöhe von 5,80 Meter. Für Venlobauten ungewöhnlich ist die Schiffbreite, denn es sind jeweils drei Kappen von 3,35 Meter zusammengefasst. Eher praxisüblich präsentieren sich die vier Meter Binderabstand und die ein Meter Scheibenbreite.

Dank der Cabrio-Bauweise lässt sich das Haus fast vollständig öffnen. Hierbei kam das patentierte "XLR-Cabrio-System" zum Einsatz. Aufgrund der versetzt zu öffnenden Flügel kann auch bei regnerischer Witterung gelüftet werden. Eine weitere Neuheit ist die an den Stehwänden verwendete gewebefeste TMT-Textilie aus Fluorpolymer. Da dieses Material gut rollbar ist, lässt es sich bei Rollschirmen einsetzen. Die Kosten des gesamten Baus wurden auf 850000 Euro beziffert. Davon sind gut 200 000 Euro zuschussfähig aufgrund der wissenschaftlichen Aufgaben. Deshalb erhielt der Betrieb für diesen Teilbetrag eine 60-prozentige Förderung.