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Projekt "Ruheberg Schwarzwald/Oderried": Friedwäldern ähnlich, aber doch anders

Was die Baumbestattungen angeht, so lassen sich in Deutschland bisher die privatwirtschaftlichen Angebote im Wald (Friedwald, Ruheforst) und die betreffenden Angebote kommunaler Friedhofsträger in bestehenden Friedhöfen unterscheiden. Aus dem Schwarzwald kamen jetzt Nachrichten zu einer neuen Variante.

Die Gemeinde Oberried bei Freiburg setzt ein kommunalpolitisches Zeichen. Sie wird am 20. Oktober 2006 einen "Ruheberg Schwarzwald/Oberried" eröffnen und diese spezielle Begräbnisstätte in eigener Regie betreiben.

Der Beisetzungswald liegt inmitten der höchsten Schwarzwaldberge. Es ist eine 1 136 Meter hohe Flanke des Hochfahrn. Der Feldberg - mit rund 1500 Meter höchster Schwarzwaldberg - ist 5,5 Kilometer Luftlinie entfernt.

50 Hektar Bergwald sollen für das Projekt zur Verfügung stehen. In der ersten Stufe wollen die Oberrieder fünf Hektar für Urnenbestattungen freigeben. Auf dem "Ruheberg" können sich Menschen aus der Region oder "solche mit einem besonderen regionalen Bezug" beisetzen lassen. Belegungsrechte für Beisetzungsplätze können schon zu Lebzeiten erworben werden.

Bis zu zwölf Grabplätze sollen sich um einen Baum oder ein "anderes naturhaftes Objekt" (Baumstumpf, Felsbrocken …) gruppieren. An den Baum kommen unauffällige Schilder. Sie nennen Name, Geburts- und Todesdatum. Religiöse Symbole oder Ähnliches können auf Wunsch ergänzt werden.

Grabschmuck und Grabstein sind beim Konzept "Ruheberg" nicht vorgesehen, die Grabstelle soll "naturbelassen" sein. Zugleich soll es auf dem "Ruheberg Schwarzwald/Oberried" keine anonymen Beisetzungen geben.