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Ralstonia: kein Bakterium für den Terror

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Das Bakterium Ralstonia gilt als Auslöser für Welkekrankheiten, die an bis zu 200 verschiedenen Pflanzen, darunter auch Pelargonien, auftreten können. Schlimmer noch: Ralstonia wird von den USA sogar in einer Liste für Stoffe geführt, die sich potenziell für die Herstellung terroristischer Waffen eignen. Amerikanische Berufsverbände setzen sich nun für eine Aufhebung dieser Klassifizierung ein.

Ralstonia kann unter anderem Pelargonien befallen. Foto: Irina Schmidt/Fotolia

Ralstonia als Grundlage für biologischen Kampfstoff?

Die Vereinigung amerikanischer Floristen (SAF) und die AmericanHort haben einen Kommentar auf der Basis gartenbauwissenschaftlicher Erkenntnisse verfasst, Ralstonia solanacearum, Rasse 3, Biovar 2 (R3Bv2) von der Liste für Stoffe zu streichen, die möglicherweise Terroristen dienen könnten, um biologische Kampfstoffe herzustellen.

Alle zwei Jahre regt eine Abteilung des amerikanischen Ministeriums für Landwirtschaft eine Überarbeitung der sogenannten „Select Agent“ Liste an. So viel ist sicher: Für die Schnittblumenproduktion stellt das Bakterium Ralstonia solanacearum, Rasse 3, Biovar 2 (R3Bv2) eine Gefahr dar. Pelargonienbestände können der Welkekrankheit zum Opfer fallen, die zur Schleimfäule an der Wurzel führt. Auch Kartoffeln und Tomaten sehen sich der Gefahr durch Ralstonia ausgesetzt.

Gründe für Klassifizierung widerlegt

Die Vereinigung amerikanischer Floristen möchte das Bakterium dennoch von der Liste streichen lassen. Intensive Forschung habe gezeigt, dass die Gründe für eine Aufnahme von Ralstonia solanacearum, Rasse 3, Biovar 2 in die „Terror-Liste“ inzwischen widerlegt seien. Dazu zähle auch die Resistenz des Bakteriums gegen niedrige Temperaturen. Die Behörden gingen bei der Klassifizierung von einer hohen Gefahr für die amerikanische Wirtschaft aus, sollte es zu einem flächendeckenden Befall mit dem Bakterium kommen.