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Ralstonia: Quarantäne-Schaderreger an Rosen

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Ralstonia solanacearum kam ursprünglich vor allem an Kartoffeln vor. Die Bakterienart kann aber auch in Rosen Probleme verursachen.

Gesunde Rosen: Hygiene ist ein wesentlicher Baustein, um einem Befall mit Ralstonia vorzubeugen. Foto: Heinrich Dreßler

Quarantäne-Schaderreger mit großer wirtschaftlicher Bedeutung

Der Quarantäne-Schaderreger ist bereits in der EU aufgetreten und habe eine große wirtschaftliche Bedeutung, so Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst Nordrhein-Westfalen. Eine weitere Einschleppung und Verbreitung des Bakteriums in der EU sollen verhindert werden.

Ralstonia sei genetisch sehr anpassungsfähig und könne deshalb immer wieder neue Wirtspflanzen befallen. Renker zufolge gibt es mehrere Rassen.

Ein Problem bei Ralstonia stellt kontaminiertes Oberflächenwasser dar, so der Pflanzenschutz-Experte. Der bodenbürtige Erreger dringt über die Wurzeln oder über Verletzungen, zum Beispiel nach Kulturmaßnahmen, in die Pflanze ein. Vektoren spielen keine Rolle für die Übertragung.

Unspezifische Welke durch Ralstonia

Die optimale Temperatur für Ralstonia liegt bei 27 Grad Celsius, sodass die Symptome vor allem im Sommer auftreten. Bei niedrigen Temperaturen überdauert der Erreger, zum Beispiel im frostfreien Gewächshaus.

Der Gefäßparasit etabliert sich am Stängelgrund und verursacht eine unspezifische Welke im oberen Bereich der Pflanze. Am Stängelgrund kann an Verbräunungen Bakterienschleim austreten, der zur Verschleppung beiträgt.

Hygiene wichtig bei Bekämpfung der Bakterien

Zur Bekämpfung von Ralstonia sagte Renker beim Straelener Schnittblumentag, dass Pflanzenschutzmittel gegen Bakterien nicht zur Verfügung stehen. Wichtig sei deshalb vor allem Hygiene. Im Hinblick auf Bakterien seien Desinfektionsmaßnahmen ein wesentlicher Baustein der Vorbeugung.

Werkzeuge wie Scheren und Messer seien ebenso zu desinfizieren wie das Wasser, das regelmäßig analysiert werden sollte. Auch könnten Desinfektionsmatten im Eingang des Gewächshauses sinnvoll sein.

Mit Ralstonia befallene Pflanzen vernichten

Wird ein Ralstonia-Befall festgestellt, erhält der betroffene Betrieb einen behördlichen Bescheid, der die zu ergreifenden Maßnahmen nennt. Befallene Pflanzen seien zu vernichten, das Substrat sei zu entsorgen, erklärte Renker. Kulturflächen, Geräte und das Bewässerungssystem seien gründlich zu reinigen und zu desinfizieren.

Beim Straelener Schnittblumentag gab Renker zudem einen Überblick über die rechtlichen Regelungen zu Quarantäneorganismen in der EU und in Deutschland. Primäres Ziel der Vorschriften sei die Sicherung der Ernährung. EU-weit gilt die „Quarantänerichtlinie“ 2000/29/EG zum Schutz gegen die Einschleppung und Verbreitung von Krankheiten und Schaderregern an Pflanzen.

Verdachtsfall den zuständigen Behörden melden

In Deutschland sei neben dem Pflanzenschutzgesetz vor allem die Pflanzenbeschau-Verordnung relevant. Sie befasst sich mit Themen wie Einfuhr, Pflanzenpass und Kontrolle.

Bei „geregelten Schaderregern“ (Quarantäneschaderregern) seien Einfuhr und Verbreitung in der EU verboten. Wer im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit einen Verdachtsfall gemäß der EU-Richtlinie bemerkt, muss diesen der zuständigen Behörde melden. Es besteht Auskunftspflicht, in deren Rahmen die Behörden berechtigt sind, einen Betrieb zu betreten und zu überprüfen.