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Raus aus der Schatzkiste: heimische Nektarbomben

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Heimische Stauden für den Garten – viele sind einfach viel zu schön, um sie zu übersehen. Und viele sind nützlich für Insekten, besonders für Wildbienen und Hummeln, die sich häufig auf wenige Blüten spezialisiert haben. Eine möglichst vielfältige Mischung macht‘s.

Auch nach der Blüte attraktiv: Lungenkraut

Diese heimische Staude ist unverständlicherweise völlig „underrated“, wie man in der Musikersprache Bands bezeichnet, die trotz klarer Qualitäten irgendwie nie den großen Durchbruch schaffen. Denn Pulmonaria blüht im Frühjahr in wunderbaren Blautönen, je nach Art und Sorte von Himmelblau bis Ultramarin.

Sie ist die ideale Staude auch für schwierige Standorte im Schatten von Gehölzen. Und sie kann auch als Bodendecker für kleinere Flächen verwendet werden. Lungenkraut-Blüten bieten Bienen und Hummeln reichlich Pollen und Nektar. Auch nach der Blüte ist das Lungenkraut attraktiv, denn es besitzt längliches behaartes Laub und eine dekorative, mehr oder weniger ausgeprägte fleckige Blattzeichnung, wie zum Beispiel die Sorte ‘Trevi Fountain’ (Bezugsquelle: Stauden Ring).

Ziemlich durchsetzungsfähiges „Allerweltskraut“: Beinwell

Der gemeine Beinwell (Symphytum officinale) ist ein „Allerweltskraut“, und er ist auch ziemlich durchsetzungsfähig und kann schwache Nachbarn verdrängen. Aber jeder Gartenbesitzer hat Ecken, in denen durchgeplante Staudenbeete fehl am Platz sind und auch nicht zur Wirkung kommen. Auf trockenen oder auch schweren unbelüfteten Böden, an schwierigen Plätzen an Hauswänden oder im Wurzeldruck unter Gehölzen wächst Beinwell, als sei er genau dafür bestimmt. Seine dunkellila Glockenblüten, die sich im Frühjahr viele Wochen zeigen, sind nicht nur sehr hübsch, sondern auch wertvoll für Hummeln und Bienen.

Neben dem heimischen Beinwell gibt es aber noch weitere wertvolle Arten aus Nord- und Osteuropa, wie etwa Symphytum azureum mit traumhaften hellblauen Blüten oder die Hybride Symphytum x uplandicum ‘Axminter‘s Gold’ mit gelb panaschiertem Laub. Seine Blätter helfen übrigens anderen Pflanzen, wenn man sie zu stärkenden Pflanzenbrühen verarbeitet (Bezugsquelle: Stauden-Ehrhardt).

Langlebig und ziemlich anspruchslos: der Nesselkönig

Diese Staude sieht aus wie eine zu groß geratene Taubnessel und ist auch sehr nahe mit ihr verwandt. Ihre Heimat liegt im östlichen Europa, dort wächst sie im lichten Unterholz. Genau wie die Taubnessel ist auch der Nesselkönig (Lamium orvala) ein wahres Nektarparadies, das im Frühling Bienen und Hummeln glücklich macht. Sie suchen die typischen Lippenblüten, die in Quirlen etagenweise zwischen den attraktiven dunkelgrünen Blättern stehen, sehr gerne auf.

Die reine Art blüht rosaviolett, es gibt aber auch hellrosa Varianten und eine reinweiße Auslese, deren Blüten eine sehr schöne Fernwirkung haben. Der sehr langlebige Nesselkönig wächst zu einem breiten, kuppelartigen Horst heran, der auch in blütenlosen Zeiten einiges hermacht. Und dabei ist er ziemlich anspruchslos, solange der Boden nicht völlig austrocknet oder der Standort im völligen Schatten liegt. Auch seine Winterhärte ist ausgezeichnet (Bezugsquelle: Master Stauden).

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