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GaLaBau lehnt elektronische Dienstleistungskarte ab

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Die GaLaBau-Branche lehnt die Einführung der europäischen elektronischen Dienstleistungskarte ab. August Forster, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, befürchtet für den Berufsstand eine Verwässerung der hohen Qualitätsstandards.

Verwässern die Qualitätsstandards im Garten- und Landschaftsbau durch die Einführung der europäischen elektronischen Dienstleistungskarte?

BGL: EU-Kommission „schießt“ über das Ziel hinaus

„Die deutschen Landschaftsgärtner unterstützen die Absicht der EU-Kommission, den europäischen Binnenmarkt zu stärken. Mit dem jetzt eingeschlagenen Weg schießt sie jedoch über das Ziel hinaus. Die Dienstleistungskarte bringt keinen erkennbaren Mehrwert. Im Gegenteil: Wenn damit das Herkunftslandprinzip durch die Hintertür eingeführt wird, droht eine Verwässerung unserer hohen Qualitätsstandards im Garten- und Landschaftsbau“, so Forster.

Zum Hintergrund: Die Europäische Kommission hat im Januar das Dienstleistungspaket veröffentlicht. Dienstleister sollen dem Vorschlag nach mithilfe der europäischen elektronischen Dienstleistungskarte ohne weitere Nachweise der fachlichen Voraussetzungen in einem Gastland, zum Beispiel Deutschland, Aufträge ausführen können. Bundesrat und Bundestag halten das gesamte Dienstleistungspaket für zu weitgehend.

Weniger qualifizierte Arbeit durch elektronische Dienstleistungskarte?

„Die grüne Branche legt großen Wert auf die hohen und bewährten Ausbildungsstandards und damit auch auf die Beschäftigung qualifizierter Fachkräfte. Nur so können wir das Know-how und die Qualität liefern, die unsere Kunden zu Recht erwarten. Wenn nun aber Dienstleister aus anderen Ländern ohne Prüfung ihrer Qualifikation bei uns tätig werden könnten, ist damit letztlich auch dem Auftraggeber nicht gedient. Denn durch nicht fachgerechte Ausführungen können später noch empfindliche Zusatzkosten für den Kunden entstehen. Die Kommission sollte sich besser auf die großen politischen Themen konzentrieren und nicht jedes überflüssige Detail regeln“, ergänzt Forster.