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Recht: kein Schadensersatz für abgestorbene Thuja-Hecke

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Eine Nachbarin muss die Kosten für eine abgestorbene Thuja-Hecke an der Grundstücksgrenze nicht ersetzen, obwohl sie im Verdacht steht, diese über Jahre hinweg beschädigt zu haben. Dies hat das Landgericht Frankenthal in einem Nachbarschaftsstreit im rheinland-pfälzischen Altrip entschieden. Die Hecke sei nämlich durch den fortschreitenden Klimawandel zugrunde gegangen, stellte die Kammer fest.

Thuja sind als immergrüne Hecken beliebt. Foto: Alicja/Pixabay

Absterben der Hecke nicht auf Verhalten der Nachbarin zurückzuführen

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme spreche zwar sehr viel dafür, dass die Nachbarin die Hecke mehrfach absichtlich beschädigt habe, zum Beispiel durch Abknicken von Ästen und Zweigen sowie durch das Angießen von Flüssigkeiten, informiert das Landgericht Frankenthal. Nach dem Urteil war die Ursache für das Absterben der Pflanzen aber nicht im Verhalten der Nachbarin zu sehen. Denn der beauftragte Baumsachverständige habe zur Überzeugung des Gerichts festgestellt, dass die Thuja-Hecke nicht vergiftet wurde, sondern aufgrund der klimatischen Veränderungen in der Pfalz mit heißen Sommern und starken Winden vertrocknet sei.

Thuja für die Vorderpfalz immer weniger geeignet

Hierbei betonte der Sachverständige, dass die Thuja aufgrund ihres hohen Wasserbedarfs für die Region der Vorderpfalz immer weniger geeignet sei und nur bei einer intensiven und langanhaltenden Bewässerung gedeihen könne. Die für die Anpflanzung einer neuen Hecke erforderlichen Kosten von mehr als 8.000 Euro muss somit nicht die Nachbarin übernehmen.

Wann muss im Nachbarstreit ein Schlichtungsverfahren durchlaufen werden?

Das Landgericht Frankenthal hat sich in seinem Urteil auch dazu geäußert, wann im Nachbarstreit ein Schlichtungsverfahren durchlaufen werden muss, bevor eine Klageerhebung zum Gericht möglich ist. Die vom Land Rheinland-Pfalz anerkannten Gütestellen und Schiedspersonen müssten nur bei bestimmten nachbarrechtlichen Abwehransprüchen (wie unter anderem Beseitigung von Überhang) vorrangig angerufen werden, nicht jedoch wenn – wie im vorliegenden Fall – Schadensersatz gefordert werde. Dies entspreche auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe, so die Kammer. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. (Quelle: Landgericht Frankenthal, Urteil vom 28. Juli 2020, Aktenzeichen: 7 O 501/18)

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