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Recht: Produktbewertung von Oma, Onkel oder Tante

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Ein Sport- und Fitnessgerätehändler hatte auf seiner Website mit angeblichen Kundenbewertungen geworben, in denen sich ein Freund, ein Praktikant oder die Mutter des Händlers positiv über die Geräte äußerten. Inwiefern es sich hierbei um Wettbewerbswidriges Verhalten handele, urteilte das Landgericht (LG) München I.

Empfehlungen keine objektive Beurteilung

Das Landgericht München I fand daran nichts Wettbewerbswidriges. Der durchschnittlich informierte, situationsbedingt aufmerksame und verständige Durchschnittsverbraucher wisse, dass es sich bei derartigen Bewertungen nicht um Ergebnisse einer objektiven Prüfung handelt.

Die Verkehrskreise wüssten, dass von diesen Bewertungen keine vollkommene Objektivität und Neutralität erwartet werden könnten. Auch sei nicht ersichtlich, dass ein Verbraucher nur wegen der zahlreichen Bewertungen von Nahestehenden davon abgehalten wird, eine Kaufentscheidung zu treffen.

LG München I; Az.: 17 HKO 10637/17; WRP 2018, S. 7500

Dr. Peter Schotthöfer ist Anwalt in der Münchner Kanzlei Dr. Schotthöfer & Steiner Rechtsanwälte und vorwiegend auf dem Gebiet des nationalen und internationalen Werberechts tätig.