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Heil- und Gewürzpflanzen in Thüringen: Potenzial für weitere 1.300 Hektar

Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz sieht gute Chancen, die Anbaufläche von Heil- und Gewürzpflanzen in Thüringen noch weiter auszudehnen. „Die Nachfrage nach Phytomedizin hält an.

Kamille ist Hauptkultur auf Deutschlands größten Arzneianbauflächen. Foto: Christian Müller/Fotolia.com

Mit seiner Anbautradition, praxisorientierter Forschung und engagierten Unternehmen kann Thüringen seine Führungsposition beim Arzneipflanzen-Anbau weiter stärken“, sagte der Minister am Montag beim Besuch der Agrarprodukte Ludwigshof in Ranis.

Die Genossenschaft ist mit fast 760 Hektar Anbaufläche und zehn kultivierten Arten – darunter Baldrian, Goldrute und Kapuzinerkresse – der größte Anbauer von Arzneipflanzen in Deutschland. Für die neue EU-Förderperiode nach 2014 kündigte Reinholz erweiterte Fördermöglichkeiten für die Branche an.

Eine Analyse des Thüringer Interessenverbandes für Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen lässt nach Angaben des Thüringer Landwirtschaftsministeriums für das Bundesland ein Anbaupotenzial von weiteren 1.000 Hektar Arzneipflanzen im konventionellen und 300 Hektar im ökologischen Bereich erkennen.

Dazu müssten etwa zehn neue Unternehmen in den Anbau und die Verarbeitung einsteigen. Zwar werden Heil- und Gewürzpflanzen ein Nischenprodukt bleiben, heißt es weiter, doch böten sie der Thüringer Landwirtschaft eine Einkommenschance mit hohem Wertschöpfungspotenzial.

Mit 1.400 Hektar verfügt Thüringen bereits über die größte Anbaufläche für Arzneipflanzen in Deutschland. Hauptkulturen sind Kamille (970 Hektar), Pfefferminze (218 Hektar) und Zitronenmelisse (51 Hektar).

Der Anbau konzentriert sich auf neun Betriebe in Ostthüringen sowie im Raum Erfurt. Vor Ort ansässige Forschungsunternehmen, Verarbeiter und Züchter unterstützen die Branche, darunter auch Versuchsstationen des Freistaates. Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft beteiligt sich am bundesweiten Demonstrationsprojekt KAMEL, das die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Anbaues verbessern soll.

Agrarminister Reinholz lud die Arzneipflanzen-Betriebe ein, die Fördermöglichkeiten seines Ressorts zu nutzen. „Sie können von den einschlägigen Programmen zur Investitionsförderung oder Verbesserung der Marktstruktur Gebrauch machen. Ab 2015 wollen wir zusätzlich Innovationspartnerschaften von Unternehmen, Netzwerke oder Demonstrationsprojekte unterstützen“, sagte der Minister. (ts/lmt)