Alle News

Reiserschnittgärten weiterhin in Gefahr

Reiserschnittgärten 2011 in Deutschland: Die Bilanz ist erschreckend. Der Virusstatus ist bei vielen Reisern nicht ausreichend, und nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden. Jetzt müsse es um den Wiederaufbau gehen und um die Solidarität aller Bundesländer, um die verbleibenden Standorte zu schützen. Dazu rief John Hermann Cordes vom Fachausschuss Obstgehölze bei der Sommertagung des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) in Lahnstein auf.

Er beschrieb die aktuelle Situation der vier Standorte: Hannover ist im Neuaufbau für Kernobst, da der alte Reisergarten als Bauland kurzfristig vom Land veräußert wurde. Magdeburg ist aufgrund eines Quarantäneschädlings komplett gerodet, im Kern- und Steinobstbereich.

Weinsberg ist im Kernobstbereich ebenfalls gerodet und wie Magdeburg derzeit gesperrt. Meckenheim im Rheinland befindet sich im Kernobstbereich durch phytosanitäre Probleme im Neuaufbau und ist derzeit bei Kernobst nicht voll lieferfähig. Die Quarantänesperrung in Magdeburg und Weinsberg ist auf drei Jahre angelegt.

Aus einer Studie des Julius Kühn-Institutes geht hervor, dass alle vier Standorte in Deutschland erhalten bleiben müssten. Der BdB bemühe sich darum, so Cordes, doch auch das Bundeslandwirtschaftsministerium sollte beim Wiederaufbau helfen. Ebenfalls in den betroffenen Bundesländern wird über den Erhalt oder über neue Standorte diskutiert.

Er schlug vor, dass alle Bundesländer zum Schutz der verbliebenen Standorte in einen Solidaritäts-Fonds einzahlen sollten. Denn tatsächlich gebe es Wildlings- und Obstbaumschulen auch in anderen Bundesländern. Sie alle müssten auf gesundes Reisermaterial zugreifen können. Außerdem dienten Reiserschnittgärten auch für andere Testungen: für die Virologie im Allgemeinen und Pflanzenschutzaufgaben. Gefordert sei jetzt die Solidargemeinschaft des Verbandes, so Cordes.

Jeder sollte in seinem Bundesland mithelfen, dass alle Pflanzenschutzämter und staatlichen Institutionen erhalten bleiben. Er appellierte an seine Kollegen, sich zu beteiligen, um eine Chance zu erhalten, auch andere phytosanitäre Probleme an anderen Gehölzen in den Griff zu bekommen.

Die momentane Situation sei so, dass benötigte virusgetestete Reiser in Polen oder in den Niederlanden gekauft werden müssten.