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Renaturierung: Torfmoose – zu verkaufen

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Torfmoose sind in Deutschland sehr selten und daher geschützt. Aus natürlichen Beständen dürfen sie auch in kleinen Mengen nur unter strengen Auflagen entnommen werden. Nun will Klasmann-Deilmann die Renaturierung von Moorböden beschleunigen, indem es mit dem Vertrieb von Torfmoosen beginnt.

Klasmann-Deilmann mit eigener Sphagnum-Bank im Emsland

Die Pflanzen stammen aus der eigenen Sphagnum-Bank im Emsland sowie aus der Vermehrung in Gewächshäusern, gibt das Substrat-Unternehmen an. Daher stehen sie in großen Mengen zur Verfügung und können als Impfmaterial für Renaturierungsprojekte eingesetzt werden. Ziel sei es, innerhalb nur weniger Jahre eine moortypische Flora und Fauna zu etablieren.

Das Konzept hat laut Moritz Böcking, Geschäftsführer von Klasmann-Deilmann, einen direkten Bezug zum Klimaschutzpaket der Bundesregierung: „Wir bringen die Torfmoose auf Moorböden aus und beschleunigen die Renaturierung. Es entstehen Kohlenstoffsenken, mit denen Emissionen vermindert werden und die zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen.“

Groß angelegte Versuchsflächen für Torfmoos-Kultivierung

Seit 2015 pflegt Klasmann-Deilmann groß angelegte Versuchsflächen für die Torfmoos-Kultivierung. Der Anbau verlief so erfolgreich, dass mittlerweile eine Sphagnum-Bank besteht, aus der verschiedene Torfmoosarten vor allem zu Renaturierungszwecken entnommen werden können. Durch das aktive Einbringen der Bulten-Torfmoose lasse sich die positive Klimawirkung wiedervernässter Moore schon innerhalb weniger Jahre deutlich steigern, sagt das Unternehmen. Ein Prozess, der bei herkömmlichen Verfahren der Wiedervernässung teilweise Jahrzehnte benötige, um vergleichbare Effekte zu erzielen.

Darüber hinaus hat sich das Substrat-Unternehmen die exklusiven Vertriebsrechte für im Gewächshaus vermehrte Torfmoose gesichert. Ende 2019 hat es einen entsprechenden Vertrag mit dem britischen Anbieter Micropropagation Services Ltd. unterzeichnet. Dieses Impfmaterial nutzt Klasmann-Deilmann nach eigenen Angaben bereits mit großem Erfolg in einem eigenen, eigens angelegten Moorbecken, das die Hauptverwaltung umrahmt.

Ernte von 15 Kubikmeter Torfmoos für dieses Frühjahr geplant

Aufgrund der Vertriebsrechte, zunächst für Deutschland, kann der Substrat-Spezialist nun auch regionale Moose gezielt weitervermehren. In der nächsten Zeit möchte das Unternehmen potenzielle Kunden in Deutschland für eine beschleunigte Hochmoor-Renaturierung gewinnen. Unter dem Label „Peat Bog Restoration“ will es sowohl die Torfmoose als auch die damit verbundenen Dienstleistungen auf den Flächen anbieten.

Im vergangenen Herbst wurden bei einer Testernte zwei Kubikmeter gesammelt, die für den Botanischen Garten der Universität Heidelberg bestimmt waren. Dort will man im kleinen Maßstab ein lebendiges Moor anlegen. Für dieses Frühjahr ist eine Ernte von 15 Kubikmeter Torfmoosen geplant, die bei einem weiteren Forschungsprojekt im Landkreis Diepholz zum Einsatz kommen werden.

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