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Rente mit 67: Wie steht die IG BAU dazu?

Wie steht die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU) zur Rente mit 67 Jahren, wie ist der Stand im Gartenbau und was sagt sie zur Neuordnung der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung? Die TASPO fragte nach bei Jörg Heinel, Branchensekretär Gartenbau und Floristik bei der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). 

Jörg Heinel ist zuständig für Gartenbau und Floristik bei der IG BAU. Foto: IG BAU

„Die finanzielle Alterssicherung spielt im Gartenbau eine große Rolle. Problematisch ist, dass die unteren Lohngruppen keine Grundsicherung im Alter gewährleisten. Das trägt auch zum Imageproblem der grünen Branche bei. Mein Eindruck ist, dass sich die Arbeitgeber dessen bewusst sind und es gibt auch Bewegung in diese Richtung.

Die Löhne der Beschäftigten im Gartenbau müssen zum Leben reichen. Regional betrachtet, verhält es sich sehr unterschiedlich: In Großstädten mit hohen Lebenshaltungskosten, für den Ottonormalverbraucher nicht mehr finanzierbaren Mieten, wie etwa München, haben ungelernte Arbeitnehmer mit den Tariflöhnen Schwierigkeiten, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Der Aufbau einer privaten Altersvorsorge ist nicht möglich.

Die IG BAU war und ist gegen die Rente mit 67. Kaum ein Beschäftigter im Gartenbau erreicht das gesetzliche Renteneintrittsalter, damit ist er mit hohen Abschlägen konfrontiert. Harald Schaum, Mitglied des Bundesvorstandes der IG BAU, hob in seiner 1. Mai-Rede in Paderborn deutlich hervor, dass wir mindestens für körperlich oder psychisch besonders schwer arbeitende Menschen eine frühere Rente brauchen. Nach 44 Beitragsjahren muss es eine Rente ohne Abschläge geben.

Die Grundsicherung in den unteren Lohngruppen reicht trotz der Einzahlungen während der Erwerbszeit nicht aus. Meine Erfahrung aus den Betrieben: Vor allem Arbeitnehmer, die körperlich hart arbeiten, und das ist im Gartenbau der Fall, erreichen im seltensten Fall die Altersgrenze von 65 Jahren, geschweige denn von 67. Bei der Rente mit 67 geht es eher um eine Rentenkürzung, als um die Frage, ob Menschen fähig sind, bis zum Alter von 67 Jahren zu arbeiten.

Der Bundestag hat am 9. Februar das Gesetz zur Neuordnung (LSV NOG) der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) beschlossen. Ein Errichtungsausschuss wurde gebildet. Zentraler Punkt dabei ist derzeit, wie die SVLFG-Satzung konzipiert wird. Ziel der IG BAU ist es, die Errungenschaften der Gartenbau BG zu erhalten und auch für die Landwirtschaft zu übernehmen. Zum Beispiel die bewährte Präventionsarbeit. Es ist in unserem Interesse, dass die Parität bewahrt und auf alle Bereiche ausgedehnt wird.“ (rh)