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Rentenversicherung: neue Midijob-Regelung

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Krankenversicherung und Rente: Bei beiden Themen gibt es 2019 einige Neuerungen. Welche genau, fragten wir die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).

Mit dem neuen Rentenpaket ändert sich 2019 unter anderem die Entgeltgrenze für Midijobs. Foto: DOC RABE Media/Fotolia

Aus Gleitzone wird Übergangsbereich

So wird in Kürze das Gesetz über Leistungsverbesserungen und Stabilisierung in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs- und -Stabilisierungsgesetz) im Bundesgesetzblatt verkündet. Darin ergeben sich Änderungen bei den Geringverdienern in der bisherigen Gleitzone (Midijob).

Die Änderungen bei den Midijobs treten allerdings erst zum 1. Juli 2019 in Kraft. Aus der bisherigen Gleitzone wird dann der Übergangsbereich nach § 20 Abs. 2 SGB IV.

Entgeltgrenze für Midijobs steigt

Die obere Entgeltgrenze der Midijobs wird von 850 Euro auf 1.300 Euro angehoben. Dadurch profitieren mehr Arbeitnehmer von günstigeren Sozialabgaben. Eine Beitragsentlastung für Arbeitgeber ist mit der Neuregelung nicht verbunden.

Midijobber zählen zur Gruppe der Geringverdiener. Ihr Arbeitsentgelt ist höher als das eines 450-Euro-Minijobbers, sodass sie voll sozialversicherungspflichtig sind. Der Vorteil eines Midijobs besteht darin, dass bis zur Verdienstobergrenze (ab 1. Juli 2019 = 1.300 Euro monatlich) verringerte Arbeitnehmerbeiträge gezahlt werden.

Reduzierte Beiträge, aber keine geringeren Rentenleistungen

Durch die Neuregelungen im RV-Leistungsverbesserungs- und -stabilisierungsgesetz wird die bisherige Gleitzone zu einem sozialversicherungsrechtlichen Übergangsbereich weiterentwickelt. Zudem wird sichergestellt, dass die reduzierten Rentenversicherungsbeiträge nicht mehr zu geringeren Rentenleistungen führen.

Insoweit entfällt die bisherige Möglichkeit der Beschäftigten, auf die Reduzierung des Arbeitnehmerbeitrags in der Rentenversicherung zur Vermeidung der damit verbundenen rentenmindernden Auswirkungen zu verzichten.

Hintergrund der Midijob-Regelung

Durch die Midijob-Regelung wird vermieden, dass der vom Arbeitnehmer zu zahlende Beitragsanteil an den Sozialversicherungsbeiträgen bei einem Verdienst oberhalb der 450-Euro-Grenze abrupt ansteigt.

Anstelle der für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer üblichen Beitragsbelastung (etwa 21 Prozent des Arbeitsentgelts) steigt die Abgabenlast für Midijobber progressiv an.

Beitragsberechnung Midijob 2019

Über eine aufwändige Formel, die in den Entgeltabrechnungssystemen hinterlegt ist, wird für die Beitragsberechnung im Midijob eine reduzierte beitragspflichtige Einnahme ermittelt. Sie entspricht nicht dem tatsächlichen Arbeitsentgelt. Die Beitragsverteilung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgt für jeden Versicherungszweig getrennt in drei Schritten:

  1. Berechnung des Gesamtbeitrags ausgehend von der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme
  2. Berechnung des Beitragsanteils des Arbeitgebers ausgehend vom tatsächlichen Arbeitsentgelt
  3. Berechnung des Arbeitnehmeranteils durch Abzug des Arbeitgeberanteils vom Gesamtbeitrag

Unter Zugrundelegung des ab 1. Januar 2019 maßgebenden Faktors F in Höhe von 0,7566 ergeben sich in 2019 folgende gekürzte Formeln zur Berechnung der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme als Berechnungsgrundlage für den Gesamtsozialversicherungsbeitrag:

  • Gleitzone 1. Januar bis 30. Juni 2019: 1,273825 x AE – 232,75125
  • Übergangsbereich 1. Juli bis 31. Dezember 2019: 1,2885596 x AE – 167,515182

Sobald der Arbeitnehmer mit seinem Arbeitsentgelt die obere Midijob-Grenze erreicht, trägt er die für Arbeitnehmer übliche Abgabenlast.

Regelmäßiges monatliches Arbeitsentgelt

Die Zugehörigkeit zum Personenkreis der Midijobber ist abhängig vom durchschnittlichen monatlichen Arbeitsentgelt. Für diese Feststellung sind bei Beschäftigungsbeginn beziehungsweise bei jeder dauerhaften Änderung in den Verhältnissen alle für die nächsten zwölf Monate mit hinreichender Sicherheit zu erwartenden laufenden und einmaligen Einnahmen zu addieren und durch zwölf zu teilen. Dieser Wert muss mindestens 450,01 Euro betragen.

Entlastung für Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt ab 850 Euro

Arbeitnehmer, die heute 850 Euro verdienen, werden mit der üblichen Abgabenlast für versicherungspflichtige Arbeitnehmer von etwa 21 Prozent belastet. Zukünftig wird ihr Anteil bei derselben Vergütung unter 18 Prozent liegen. Die volle Abgabenbelastung trifft Arbeitnehmer dann erst bei einem monatlichen Arbeitsentgelt von 1.300 Euro.

Welche Änderungen es 2019 in der Krankenversicherung gibt, lesen Sie in der TASPO 50/2018, die am 14. Dezember erscheint.