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Report: Viele Kinder sind blind bei Pflanzen

Gerade einmal 19 Prozent der Kinder zwischen elf und 15 Jahren sind an Blumen und Pflanzen interessiert, die meisten Grundschüler im Alter von sieben Jahren sehen Blumen und Bäume nicht einmal mehr als Lebewesen an. Das sind die Ergebnisse aus dem neuesten Jugendreport Natur, den Experten rund um den Soziologen Dr. Rainer Brämer an der Universität Marburg erstellt haben. Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen nimmt die Studie zum Anlass, Gartenbaubetriebe bei kindgerechten Angeboten zu unterstützen, macht Dr. Gabriele Weimann (LWK) in einer Pressemitteilung deutlich.

Laut der Studie scheint es Kindern suspekt, Bäume im Wald, Blumen auf der Wiese oder Gemüse im Garten zu nutzen. Besser erscheine es ihnen, diese an ihrem Standort zu lassen und ihnen nicht zu schaden. Die Wahrnehmungsforschung spreche sogar von einer Blindheit der Kinder gegenüber Pflanzen.

Dabei ist es nicht einmal so, dass Kinder nicht nach draußen oder in die Natur wollten, so Dr. Weimann. Immerhin 47 Prozent der Befragten verbringen ihre Freizeit gerne draußen und 74 Prozent würden auch gerne die unbekannte Natur entdecken. Doch fehlende positive Vorbilder, überängstliche Eltern, die selbst wenig Erfahrung vermitteln können, und wenig Freiräume, um die Natur zu entdecken, erschwerten den jungen Menschen den Weg ins Grüne.

Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen rät deshalb Baumschulen, Gärtnereien oder Gartencentern, fest installierte Erlebnisstationen, Aktionsstunden wie Malen im Gewächshaus oder Flechten von Knoblauchzöpfen sowie Saisonfeste in ihren Betrieb zu integrieren. Für die Eltern sei es zudem eine Erleichterung, sich nicht den Fragen der Kinder rund um Pflanzen stellen zu müssen, sondern im Fachpersonal der Gartenbaubetriebe kompetente Ansprechpartner zu haben, so die Fachberaterin der Landwirtschaftskammer.

Dazu müssten die Betriebe nur kinderfreundlich agieren und auf die Fähigkeiten von Grundschulkindern eingehen. Spielerisches Entdecken durch Sehen, Fühlen, Schmecken, Hören und Riechen stünde bei den bis zu Zehnjährigen erst einmal im Vordergrund. (ts/lwk)