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Rettung für insolvente Gemüse-Gewächshäuser?

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Wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung mussten die Joris-Gewächshäuser in Osterweddingen Insolvenz anmelden, jetzt scheint Hilfe in Sicht. Wie MDR Sachsen-Anhalt berichtet, denkt die für ihre „Luther-Tomaten“ bekannte Wittenberger Gemüse GmbH über einen Kauf der Anlage nach.

Sowohl in Osterweddingen als auch in der Lutherstadt Wittenberg werden Tomaten unter Glas produziert. Foto: Pixabay

Bedingung: Produktion muss effektiver werden

In das Bieterverfahren um die insolventen Gemüse-Gewächshäuser in Osterweddingen will das Unternehmen allerdings nur dann einsteigen, wenn die dortige Produktion durch technische Veränderungen effektiver gestaltet wird. Die Joris-Gruppe baut im Börde-Kreis auf rund 6,5 Hektar unter Glas Tomaten und Paprika an.

Im Gespräch mit MDR Sachsen-Anhalt nannte der Projektleiter der Wittenberger Gemüse GmbH, Helmut Rehhahn, unter anderem Management-Fehler als Ursache für die finanzielle Schieflage in Osterweddingen. Probleme habe es etwa bei der Energie-, Strom- und Wasserversorgung in den Gewächshäusern gegeben, außerdem sei es zu Unstimmigkeiten in den Geschäftsbereichen gekommen.

Landwirtschaftsministerium will Fördergelder zurück

Einblick in die wirtschaftliche Situation der Joris-Gewächshäuser habe Rehhahn durch die wiederholte Zusammenarbeit der beiden Gemüse-Produzenten in der Vergangenheit bekommen. Seit einigen Monaten fungiert der Wittenberger Projektleiter zudem als Berater der Joris-Gewächshäuser, wie MDR Sachsen-Anhalt berichtet. Keine seiner Empfehlungen sei allerdings bislang in Osterweddingen umgesetzt worden.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerium hat dem Bericht zufolge unterdessen die an die Joris-Gewächshäuser gezahlten Fördermittel zurückverlangt. Dieses Vorgehen sei im Insolvenzfall generell üblich, wie eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber dem Sender erklärte. Knapp 1,3 Millionen Euro seien demnach bereits nach Osterweddingen geflossen, insgesamt vom Land bewilligt waren über 1,5 Millionen Euro.

Betrieb in Joris-Gewächshäusern ruht

Gegen eine Rückforderung der Fördermittel hat sich dagegen der Bürgermeister der Gemeinde Sülzetal, Jörg Methner ausgesprochen. Er glaube fest daran, dass sich ein Investor für die Osterweddinger Gewächshäuser finde, wie Methner gegenüber MDR Sachsen-Anhalt äußerte. Zudem sei bereits zu viel Geld geflossen, um das Großprojekt zu begraben.

Rund elf Millionen Euro wurden dem Bericht zufolge bislang in die vor rund einem Jahr entstandene Anlage investiert, die als eine der größten Gewächshausflächen im Bundesgebiet gilt. Zu hohe Bau- und Energiekosten hatten letztlich zur Insolvenz geführt, seit Juli ruht der Betrieb in Osterweddingen.

Wie die mit der Insolvenzverwaltung beauftragte Kanzlei Schultze & Braun in der vergangenen Woche mitteilte, befinden sich die zuständigen Rechtsanwälte aktuell mit rund zehn möglichen Investoren im Gespräch.