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Rheinische Baumschulen: Herbstsaison 2012 bisher nicht einfach

Die Saison 2011/2012 war für die rheinischen Baumschulen ein ordentliches Jahr, allerdings geprägt von starken Winterschäden. Die Ausfälle haben die enorm tiefen, plötzlich einsetzenden Temperaturen ohne Schnee an Stauden und Gehölzen verursacht, sagte Helmut Selders (Haan), Vorsitzender des rheinischen Baumschulverbandes, bei der Verbandsausschusssitzung des Landesverbandes Gartenbau Rheinland.

Noch läuft der Herbstversand für die Baumschulen. Werkfoto

Der Sommer mit seinen gemäßigten Temperaturen und ausreichenden Niederschlägen habe für gesunde Gehölze gesorgt. Der Herbst 2012 sei bisher im Geschäftsverlauf nicht so einfach gewesen. Der Privatverkauf war bisher äußerst verhalten, sagte Selders auf Schloss Dyck in Jüchen. Doch für die Baumschulen laufe die Saison noch bis Weihnachten, da sei es Mitte November viel zu früh, um ein endgültiges Fazit zu ziehen.

Selders, Kandidat für das Präsidentenamt im Bund deutscher Baumschulen, findet es schade, dass zuvor so viel Porzellan zerschlagen wurde, um zu einem Grünen Dach für die Verbändelandschaft zu kommen. Er hofft darauf, dass im kommenden Jahr mit neuen Personen ein Neuanfang in der Diskussion gelingt und auch zu einer Einigung führe. Denn zum Grünen Dach gebe es keine Alternative, sagte er.

Die Baumschul-Fachverbände Rheinland und Westfalen-Lippe treffen sich regelmäßig mit dem Landesbetrieb Straßen Nordrhein-Westfalen, berichtete Selders. Es gehe um die Themen Verticillium und die eingeschränkten Ausschreibungen, die bestimmte Baumarten faktisch ausschließen. Zum Thema gebietseigene Gehölze sieht er, dass vor allem technische Anforderungen an Gehölze wie Boden- und Klimatauglichkeit zu stellen sind, statt der ideologischen, die ausschließlich NRW-Gehölze für Nordrhein-Westfalen vorsehen. So bleibe für ihn weiterhin unverständlich, warum keine rheinischen Hasel nach Bayern geliefert werden dürfen.

Acer aus China, Gehölze aus Norditalen, sie bergen das Risiko, einen der verschiedenen Bockkäfer einzuschleppen. Zu überlegen wäre hier, wenn es für die Betriebe unversicherbare Risiken wie harte Wintereinbrüche oder das Auftreten der Bockkäfer gebe, sollte die Möglichkeit einer Bilanzrückstellung als Risikopuffer im eigenen Betrieb geprüft werden. (fri)