RoBoCut: perfekter Schnitt von Pflanzen mit Laser

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RoBoCut kann bis zu zehn Arbeiter an Sterilbänken ersetzen. Foto: RoBoTEC PTC

Die Entwicklung liegt in den letzten Zügen, Mitte nächsten Jahres soll er dann die Marktreife erreichen – der RoBoCut von RoBoTEC PTC soll Pflanzengewebekulturen eine neue Möglichkeit der Produktion bieten. Dahinter steckt laut Hersteller sehr ausgefeilte Technik.

Vorteile von Laser- gegenüber herkömmlichen Skalpell-Schnitten

Für das Modell 1 sollen vier Greifarme und insgesamt 16 Kameras für den perfekten Schnitt von Pflanzen sorgen – mit Laser. Die Vorteile eines Laserschnittes gegenüber herkömmlichen Skalpell-Schnitten liegen für Stephan von Rundstedt, Geschäftsführer von RoBoTEC, auf der Hand: „Laser schneiden mit einem Viertel der Breite eines Skalpells und können die Pflanze dabei nicht quetschen. Der Schnitt ist sauber und nicht wie bei einem Skalpell ausgefranst.“

Eine weitere Besonderheit des Laserschnittes mit RoBoCut ist, dass der Schnitt nicht grade erfolgt. „Der Laser passt den Schnitt den natürlichen Pflanzenlinien an“, erklärt von Rundstedt. Ein RoBoCut soll acht bis zehn Mitarbeiter an Sterilbänken ersetzen können und dabei noch sauberer arbeiten. Die Zahl der möglichen Kontaminationspunkte wird beim RoBoCut möglichst geringgehalten, was für weniger Ausfälle im Pflanzenbestand sorgt.

Bremer Umweltpreis für RoBoCut-Technologie

„Durch Corona ist die Nachfrage gestiegen“, geht von Rundstedt auf die aktuelle Situation ein. Der Zauber des Offshorings sei verflogen, und die Problematik mit langen Lieferketten wird deutlich. „Wenn ein Produktionsland unter Lockdown steht, dann kann es nicht mehr liefern“, so von Rundstedt. Auch in der CO2-Bilanz macht sich die verkürzte Lieferkette laut ihm bemerkbar: „Pflanzen aus der Offshore-Produktion haben eine schlechte CO2-Bilanz, nicht nur wegen ihres eigenen Transportes. Es herrscht ja auch immer ein stetiger Personalverkehr zum und vom Produktionsort. Weil das mit unserer Technologie verhindert werden kann, haben wir auch den Bremer Umweltpreis 2019 erhalten.“

Anlage bei verschiedenen Pflanzen einsetzbar

Der Schneideprozess beim RoBoCut ist in mehrere Unterprozesse unterteilt: Die Pflanze greifen, erkennen, schneiden, kontrollieren, wieder greifen und schließlich in ein Medium setzen. Jeder einzelne Arbeitsschritt wird dabei von künstlicher Intelligenz, teilweise mit der Fähigkeit zum „deep learning“, und den verbundenen 3D-Kameras durchgeführt. Die verwendeten Algorithmen eignen sich für den Schnitt verschiedener Pflanzenarten. Begonnen hat alles mit Phalaenopsis, mittlerweile ist unter anderem auch die Verarbeitung diverser Beerenarten, Gerbera, Spathiphyllum oder Kartoffeln möglich.

Bis zur Marktreife muss noch einiges an Arbeit geleistet werden, erklärt von Rundstedt: „Wir sind an der technischen Ausentwicklung, Bug-Fixes ohne Ende stehen an, Service und Vertrieb müssen noch geplant werden. Um den Schritt auf den Markt möglich zu machen, erhalten wir eine Förderung von der EU.“

Weitere technische Innovationen für den Gartenbau stellen wir Ihnen im TASPO extra GreenTech in der TASPO 21/2020 vor.

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