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Rosen Hammer: Umstellung auf modernes „Gärtnereicenter“

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Die Gärtnerei von Bernd Hammer in Hessigheim, etwa 35 Kilometer nördlich von Stuttgart gelegen, hat sich in rund 110 Jahren von einer Baumschule zu einem Zierpflanzen-Produktions- und Endverkaufsbetrieb gewandelt. Der Schwerpunkt des modernen „Gärtnereicenters“ liegt auf dem Anbau von Containerrosen.

Gewächshäuser als Grundstein für Rosengärtnerei Hammer

1908 gründete Robert Hammer in Hessigheim nahe dem Neckarufer eine Baumschule. 1929 wurde das erste Vermehrungshaus mit Heizraum erstellt und in den Folgejahren wurden zwei weitere Gewächshäuser gebaut. Sie waren der Grundstein für die Rosengärtnerei Hammer, denn Robert Hammer begann in diesen Gewächshäusern 1931 mit dem Anbau von Schnittrosen. Den damaligen Verhältnissen entsprechend wurden die Ernteprodukte mit der Pferdekutsche zum Großmarkt nach Stuttgart transportiert und dort an die Kunden abgesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Sohn Paul Hammer die Gärtnerei, verkleinerte die Baumschule und produzierte in ständig wachsendem Umfang Schnittrosen und andere Schnittblumen. So erreichte die Gewächshausfläche im Laufe der Jahre ihre heutige Größe von über 10.000 Quadratmeter. Auf rund 80 Prozent dieser Glasfläche kultivierte Paul Hammer Schnittrosen. Außerdem wurden rund 40.000 Exemplare veredelt und als Topfpflanzen zum Verkauf angeboten. Aufgrund dieser spezialisierten Produktion entstand die Betriebsbezeichnung „Rosen Hammer“.

1975 übernahm der Enkel des Firmengründers und der Vater des heutigen Inhabers, Klaus Hammer, zusammen mit seiner Ehefrau Margrit, einer Floristin, den Betrieb, den er zunächst in gleicher Weise weiterführte. Die Erzeugnisse wurden wie zuvor zum größten Teil auf dem Stuttgarter Großmarkt angeboten. Die gesamte Produktion und der Absatz hatten sich zur damaligen Zeit optimal entwickelt.

Schwierigkeiten in der Schnittrosen-Produktion

1989 trat in vierter Generation Bernd Hammer (Jahrgang 1964) nach abgeschlossener Aus- und Weiterbildung als Teilhaber in den Betrieb ein. Zum damaligen Zeitpunkt waren bei den Schnittrosen Schwierigkeiten in der Produktion zu beobachten, was auf Boden- und Wasserprobleme zurückgeführt wurde. Deshalb war ab 1990 die Produktion von Schnittrosen etwas rückläufig, Anzucht und Absatz von Rosenpflanzen waren deutlich im Aufwärtstrend.

Diese Situation veränderte gleichzeitig die Absatzverhältnisse und führte zu einer deutlichen Zunahme des Privatverkaufs. Mit der Umstellung auf Endverkauf begann auch eine weitere Umstellung der Produktion, da nunmehr auf den Unterglasflächen der jeweiligen Jahreszeit entsprechend vermehrt Zierpflanzen angebaut wurden.

Als am 26. Dezember 1999 der Orkan Lothar Württemberg mit einer Sturmgeschwindigkeit von über 270 Stundenkilometern überquerte, verursachte er einen großen Glasschaden in der Gärtnerei Hammer, der im darauffolgenden Jahr durch eine Erstellung von modernen Gewächshausflächen wieder ausgeglichen wurde. Mit den Neubaumaßnahmen veränderten sich Produktion und Absatz, denn ab diesem Zeitpunkt wurde der gesamte Absatz auf Endverkauf umgestellt.

Hammer produziert über 350 Sorten Topf- und Containerrosen

Die Gärtnerei Rosen Hammer hat sich also im Laufe der Jahre auf ein modernes „Gärtnereicenter“ umgestellt. Für die Produktion stehen heute eine Hochglasfläche von etwa 5.000 Quadratmeter und eine Freilandfläche von 5.000 Quadratmeter zur Verfügung. Auf einer rund 5.000 Quadratmeter großen Hochglasfläche findet der Endverkauf statt.

In der Produktion haben nach wie vor die Rosen eine größere Bedeutung. Im Vordergrund steht die Produktion von über 350 Sorten im Topf und im Container. Rund 10.000 Exemplare werden jährlich produziert und abgesetzt. Bis 2016 stand noch die Vermehrung im eigenen Betrieb im Vordergrund, seit 2017 werden die Jungpflanzen zum Topfen als wurzelnackte Ware von Spezialbetrieben bezogen.

Neben der Rosenproduktion spielt während der gesamten Vegetationszeit der Absatz eines umfangreichen Gartenstauden-Sortiments eine Rolle. Von Bedeutung sind auch Beet- und Balkonpflanzen, die vom Frühjahr bis zum Herbst mit etwa 200.000 Stück im Angebot sind, zum Teil aus eigener Produktion. Gemüsepflanzen ergänzen das Programm.

Mehr zur Rosengärtnerei Hammer lesen Sie in unserem ausführlichen Betriebsporträt in Gärtnerbörse 01-02/2020, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.

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