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Rosenkultur mit Gärresten

Substratvariante unter der Lupe
Bei der Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen bleiben nährstoffreiche Gärreste zurück. Sind sie als Zuschlagstoff im Substrat geeignet?

Auch in Schleswig-Holstein hat in den letzten Jahren, gefördert durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Anzahl der Biogasanlagen sehr stark zugenommen. Verbunden damit stellt sich immer dringlicher die Frage, wie sich die flüssigen oder festen Rückstände, die Gärreste, sinnvoll verwenden lassen.
Viele landwirtschaftliche Biogasanlagen arbeiten mit einem organischen Substrat aus Mais-, Ganzpflanzen- (GPS) oder Grassilage, dem zusätzlich Gülle zugegeben wird. Als Folge des Substanzabbaus während der Vergärung enthalten die Gärreste erhebliche Mengen an leicht pflanzenverfügbarem Stickstoff, Phosphor, Kalium, Schwefel und Spurenelementen. Aus diesem Grund werden sie auch häufig in der Landwirtschaft als organischer Dünger für Freilandflächen verwendet.
Da die landwirtschaftlichen Flächen, die sich in räumlicher Nähe zu den Biogasanlagen befinden, jedoch nicht alle Gärreste aufnehmen können, wird zunehmend auch über alternative Verwendungsmöglichkeiten nachgedacht. Zu diesen sinnvollen Alternativen könnte auch die Nutzung in der Baumschule zählen, insbesondere wenn der Gärrest zuvor separiert (= abgepresst) wurde, also in fester Form vorliegt.

Insgesamt ist festzustellen, dass in diesem Versuch der LKSH ein Gärrestanteil von bis zu 40 Vol.% im Substrat nur zu relativ geringen Qualitätseinbußen bei den geprüften Rosen geführt hat. Es wird sogar vermutet, dass der beobachtete Qualitätsverlust in den Varianten mit 30 und 40 Vol.-% Gärrest geringer ausgefallen wäre, wenn hier ebenfalls 4 kg Depotdünger/m³ Substrat gegeben worden wäre.
Eine Zugabe von 20 Vol.-% Gärrest führte bei diesem Versuch in den meisten Fällen zu einer Zunahme der Qualität, verglichen mit der gärrestfreien Kontrolle.
Aufgrund dieser positiven Erfahrungen hat die LKSH 2012 einen weiteren Versuch zu Gärresten als Substratzuschlagstoff in Ellerhoop angelegt, der auch im Rahmen der Messe Baumschultechnik 2012 in Ellerhoop zu besichtigen ist.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in Ausgabe 06/2012 Deutsche Baumschule.