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Roundup ist wieder in die Diskussion geraten

Es lässt schon den einen oder anderen Schauer über den Rücken laufen, was eine aktuelle Studie des Naturschutzbundes Nabu zum Thema „Glyphosat und Agrotechnik“ an Nebenwirkungen zusammengetragen hat: Glyphosat, unter anderem Hauptbestandteil des Herbizids „Roundup“, kann laut Untersuchungen zu erheblichen Gesundheitsschäden – von Fehlbildungen bei Embryonen und Neugeborenen bis zu Krebserkrankungen – führen.

vieler Wissenschaftler und wurde gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Die Studie zeigt, dass Nebenwirkungen der Ausbringung von Roundup nicht unerheblich – und nicht unbekannt sind. Nun ist Roundup wieder vermehrt in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit geraten. Auf der Internetplattform Earth Open Source kritisieren mehrere Wissenschaftler, dass sowohl Hersteller als auch die EU-Kommission die Risiken von Roundup seit Langem kennen – und verschwiegen hätten. Die Autoren schreiben, dass bereits in den 80er und 90er Jahren Studien (darunter angeblich auch einige von Monsanto selbst) aufzeigten, dass der Roundup-Wirkstoff Glyphosat in Tierversuchen Missbildungen hervorrief.

 


Risiken verharmlost?

Allerdings habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Ergebnisse dieser Studien verharmlost. In einer Risikoabschätzung für die EU-Kommission sei das BVL 1998 zu dem Ergebnis gekommen, dass es keine Belege dafür gebe, dass Glyphosat Missbildungen verursache. Auf dieser Grundlage habe die EU den Wirkstoff für zehn Jahre zugelassen. Die Autoren kritisieren auch, dass die EU die für 2012 fällige Neubewertung von Glyphosat auf das Jahr 2015 verschoben hat. Sie verweisen auf eine aktuelle argentinische Studie, die das Missbildungsrisiko erneut bestätige.

Das BVL habe für die EU-Kommission eine Stellungnahme zu dieser Studie verfasst. Diese komme zu dem Ergebnis, dass deren Ergebnisse keinen Einfluss auf die bisherige Bewertung von Glyphosat hätten. Das BVL habe sich zu den Vorwürfen des Berichts bisher nicht öffentlich geäußert, heißt es.

Die TASPO fragte zu diesem Thema beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und beim Industrieverband Agrar (IVA) nach. Diese Statements lesen Sie in der TASPO 26/11..

(Katrin Klawitter)