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Rückläufig: Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel

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Der Absatz und die Umsätze mit Mineraldünger und Pflanzenschutzmitteln gestalteten sich 2016 stark rückläufig, wie der Industrieverband Agrar (IVA) im Rahmen der Jahrespressekonferenz berichtete. Vor allem der Zulassungsstau für neue Mittel verhindere eine positive Entwicklung in den Märkten.

Der Bedarf an Pflanzenschutzmitteln für die Landwirtschaft schwankte 2016 aufgrund des unbeständigen Wetters stark. Foto: Dusan Kostic / Fotolia

Markt für Pflanzenschutzmittel bricht um 11,1 Prozent ein

Im Vergleich zum Vorjahr brach der Markt für Pflanzenschutzmittel um 11,1 Prozent ein und landete bei einem Gesamtumsatz von 1,42 Milliarden Euro.

Vor allem die unstete Witterung des vergangenen Sommers wirkte sich auf den Pflanzenschutzmittelmarkt aus. Der Umsatz mit Fungiziden schrumpfte um 15,9 Prozent auf 582 Millionen Euro. Die Insektizide konnten mit 0,7 Prozent einen leichten Anstieg auf einen Gesamtumsatz von 135 Millionen Euro verbuchen. Der Umsatz mit sonstigen Pflanzenschutzmitteln ging um 9,9 Prozent auf 100 Millionen Euro zurück.

Defizite im Zulassungssystem für Pflanzenschutzmittel angemahnt

„Zur Bilanz des vergangenen Jahres gehört auch, dass so manches neue Pflanzenschutzmittel Landwirten nur deshalb nicht zur Verfügung stand, weil es an einer Zulassung fehlte. Bei den Behörden ist ein erheblicher Zulassungsstau angewachsen; das ist zum Schaden der Hersteller, vor allem aber ein echter Wettbewerbsnachteil für deutsche Landwirte“, kommentierte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm die Entwicklungen. Die Defizite im Zulassungssystem blieben somit ein Problem für die Landwirtschaft.

Schramm wies auf die eklatanten Defizite im deutschen Zulassungssystem für Pflanzenschutzmittel hin, die unabhängige Inspektoren bei einem Audit im Auftrag der Europäischen Kommission aufgedeckt hatten. Sie stellten fest, dass die Bearbeitungsfristen der EU-Zulassungsverordnung 1107/2009 in Deutschland noch nie eingehalten wurden. Da an dem Verfahren in Deutschland vier Behörden beteiligt sind, sahen die EU-Auditoren die Ineffizienz als systembedingt an; nur durchgreifende Maßnahmen („drastic measures“) könnten die Missstände beheben.

Detailinformationen zum Pflanzenschutzmarkt

Düngemittel: Absätze gehen durch die Bank zurück

Auch der Absatz von Düngemitteln musste einen Dämpfer hinnehmen. Je nach Nährstoff gingen die Umsätze um vier bis 14 Prozent zurück, wie der IVA im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz verlauten ließ. Bei Stickstoffdüngern liege der Absatz mit 1,71 Millionen Tonnen zwar im langfristigen Mittel, dennoch gestaltete sich diese Kenngröße um sechs Prozent niedriger als 2015.  

Den deutlichsten Rückgang mit 14 Prozent verzeichneten Kalidünger (397 759 Tonnen), der Absatz an Kalkdüngern ging um 10 Prozent auf 2,43 Millionen Tonnen zurück.

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