Alle News

Sachsen-Anhalt verbietet Schotterwüsten

, erstellt von

Kaum ein Thema erhitzt sowohl die Gemüter, als auch die Umgebungen so sehr wie Schottergärten. Nachdem Baden-Württemberg mit einer Novelle des Landesnaturschutzgesetzes gegen diese Schotterwüsten in den Vorgärten vorgeht, hat nun auch Sachsen-Anhalt reagiert und verbietet diese per Gesetz.

Schotter im Vorgarten gehört in Sachsen-Anhalt ab kommendem Jahr der Vergangenheit an und wird per Gesetz verboten. Foto: Manfred Richter / Pixabay

Vielfältige und weitreichende Nachteile von Schotterwüsten

Gerade in Neubausiedlungen lassen Hausbesitzer ihre Vorgärten gerne als Schottergarten anlegen. Ein graues Beet aus Schotter und Kies, vielleicht hier und da höchstens mal ein immergrünes Bäumchen, soll als pflegeleicht gelten. Doch genau hier sind die Grundbesitzer oftmals einem Irrglauben aufgesessen. Zudem heizen sich diese versiegelten Flächen im Sommer bei 30 Grad Celsius und direkter Sonneneinstrahlung auf bis zu 70 Grad Celsius auf. Durch die Versiegelung kann bei Starkregen das Wasser nicht in den Boden sickern und kann unter Umständen zum Überlaufen der Kanalisation führen. Doch auch für die Artenvielfalt haben diese „Gärten des Grauens“, wie sie oftmals genannt werden, weitreichende Folgen. Insekten und Schmetterlinge finden durch den Mangel an Blühpflanzen hier keine Nahrung und Rückzugsorte. Auf diese vielfältigen negativen Folgen reagierte Baden-Württemberg kürzlich und nahm in der Novelle des Landesnaturschutzgesetz ein Verbot von Schottergärten auf. Andere Bundesländer sind noch in der Planungsphase eines Verbots.

Sachsen-Anhalt bringt Verbot auf den Weg

In Sachsen-Anhalt machten die Grünen mit ihren Koalitionspartnern im Landtag einen Vorstoß und regten ein solches Verbot von Schottergärten an. Ziel dieser Novelle der Bauordnung sei, dass man menschenfreundliche Städte schaffen möchte. Mit diesem Beschluss komme man zudem dem Wunsch zahlreicher Kommunen des Landes nach, denn die ursprüngliche Landesbauordnung sah keine Regelung vor, dass Verbote auf kommunaler Ebene ausgesprochen werden konnten. Damit sei nun Schluss. Es werde sich bei der Novellierung auf die Musterbauordnung des Bundes berufen. Das Gesetz gelte ab 2021, verbiete allerdings lediglich Schotterwüsten bei Flächen, die neu angelegt werden. Dennoch erhoffe man sich einen Nachahmungseffekt und dass bestehende Schotterwüsten dann gegebenenfalls durch ihre Besitzer umgestaltet werden. Ein weiterer Punkt der Novelle des Landesnaturschutzgesetzes sieht zudem vor, dass Kommunen die Dach- und Fassadenbegrünung vorschreiben können. Damit ist Sachsen-Anhalt in Mitteldeutschland nun Vorreiter und folgt Baden-Württemberg mit dem gesetzlichen Verbot von Schotterwüsten. Doch auch in Thüringen und Sachsen werden entsprechende Gesetze bereits in den Landtagen diskutiert.

Schotterwüsten ja oder nein? Eine Übersicht

In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ist die Sachlage damit klar, aber wie sieht es in den übrigen Bundesländern aus?

  • In Bremen und Hamburg sind Schotterwüsten ebenfalls per Landesnaturschutzgesetz verboten.
  • In Bayern gilt ein teilweises Verbot von Schottergärten, so zum Beispiel in den Städten Erlangen und Würzburg.
  • Aktuell diskutiert wird ein Verbot, beziehungsweise die Novellierung der jeweiligen Landesnaturschutzgesetze in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen (TASPO Online berichtete).
  • Keine Änderungen sind aktuell jedoch in Niedersachsen, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein geplant.
Cookie-Popup anzeigen