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Sachsen-Anhalt will Friedhofszwang lockern

Abändern will Sachsen-Anhalt das seit 1934 gültige Bestattungsgesetz. "Wir wollen eine klare gesetzliche Regelung zum Umgang mit Urnen und eine jetzige Grauzone abschaffen", sagte Sozialminister Gerry Kley dieser Tage gegenüber der Presse. Er gehe davon aus, dass die Vorschläge im September im Kabinett und spätestens im November im Landtag beraten werden. Wie es heißt, soll der Friedhofszwang für Bestattungen in einer "bundesweit bislang einzigartigen Weise" gelockert werden. Konkret heißt das, Hinterbliebene können dann über den Umgang mit der Asche ihrer Verstorbenen selbst bestimmen und sie daheim ins Bücherregal stellen oder im Garten vergraben. Es gehe um das liberalste Bestattungsgesetz von Deutschland, betonte Kley. Im Zusammenhang mit der Gesetzesänderung soll auch den Kommunen mehr Entscheidungskompetenz eingeräumt werden. Diese müssten ihre Friedhöfe künftig nicht mehr selbst unterhalten, sondern könnten sie auch von Privatunternehmen betreiben lassen. Einen freien Markt für Friedhöfe werde es nach dem Willen des Ministeriums aber nicht geben. Bestehen bleiben soll der Friedhofszwang für Erdbestattungen. Der Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner (BdF), Karl Wolf, zeigte sich bestürzt über diese Ankündigung des Sozialministers Gerry Kley (FDP), das Bestattungsgesetz weitreichend zu ändern. Eine solche Gesetzesänderung werde auch wirtschaftliche Folgen für die Branche der Friedhofsgärtner haben, heißt es vom Bund deutscher Friedhofsgärtner.