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Samenplantage: Schleswig-Holstein strebt Selbstversorgung an

Die erste Samenplantage für Nordmanntannen in Schleswig-Holstein hat jetzt einen Standort gefunden: Auf den Flächen des Vorstandsmitgliedes der Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holsteiner Weihnachtsbaumanbauer, Jürgen Schümann in Fuhlendorf, wurde jetzt eine entsprechende Fläche ausgewiesen, auf der die 1000 Pfropfungen ausgepflanzt werden, die die Veredlung und die nachfolgende Kultur im Topf überstanden haben. Mit zehn beziehungsweise 100 Prozent waren die Ausfälle in den beiden Vermehrungsbetrieben unerwartet hoch. Dennoch: In etwa acht Jahren ist mit der ersten Zapfenernte von den Pfröpflingen zu rechnen, die zum Zeitpunkt der Veredlung bereits ein physiologisches Alter von 33 Jahren hatten, in dem die Nordmanntannen fruktifizieren. Gleichzeitig beabsichtigt die Arbeitsgemeinschaft sich die Rechte an Saatgut zu sichern, das von bestimmten Altbeständen im Land gewonnen wird. Hans-Jürgen Sturies von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Abteilung Forstwirtschaft, berichtete von zwei entsprechenden Beständen im Süden Schleswig-Holsteins. Der eine mit mehr als 50 Jahre alten Bäumen russischer Herkunft und der andere mit einer Mischung verschiedener Herkünfte. Die russische Herkunft ist nicht ganz gesichert, wie die genetische Überprüfung bei Isogen in Göttingen ergab, aber der Phänotyp des Bestands so überzeugend, dass fünf verschiedene norddeutsche Baumschulen beauftragt werden, aus dem gewonnenen Saatgut im Lohnanzuchtverfahren dreijährige verschulte Sämlinge zu produzieren. Die daraus erwarteten rund 125000 Jungpflanzen werden den Mitgliedern der AG zum Kauf angeboten und stießen bereits auf großes Interesse. Zur Kostendeckung für Ernte und Aufbereitung des Saatgutes geht ein Teilbetrag des Verkaufspreises an die Arbeitsgemeinschaft.